Das Moor des Vergessens

Autor: Val McDermid
Genre: Krimi
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-63515-5
Erscheinungsdatum (D) Februar 2008 Erschienen 38298
Seiten 537
Übersetzung Doris Styron

Das Moor des Vergessens The Grave Tattoo

Inhalt

Die junge Literaturwissenschaftlerin Jane Gresham beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Dichter William Wordsworth und hat eine interessante Theorie entwickelt: Sie glaubt, dass Fletcher Christian, der die legendäre Meuterei auf der Bounty anführte, nicht in der Südsee umkam, sondern einige Zeit nach der Meuterei wieder nach England zurückgekehrt war. Jane ist überzeugt davon, dass Fletcher seinem Jugendfreund William Wordsworth seine abenteuerliche Geschichte erzählte und ihm damit den Stoff für ein verschollenes Gedicht lieferte. Als im Lake District eine zweihundert Jahre alte Moorleiche entdeckt wird, scheint sich Janes Verdacht zu bestätigen. Weist der Tote doch Tätowierungen auf, die damals in der Südsee üblich waren.

Jane kann sich für Forschungszwecke von ihrer Arbeit an der Universität freistellen lassen und macht sich an ihre Recherchearbeit am Lake District, wo ihre Eltern leben. Doch bald wird deutlich, dass sie nicht die Einzige ist, die sich für das verschwunde Meisterwerk Wordsworths interessiert. Plötzlich häufen sich die Todesfälle unter all jenen Leuten, die Jane während ihrer Nachforschungen befragt. Bald weiß die junge Wissenschaftlerin nicht mehr, wem sie noch trauen kann.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

So spannend sich diese Geschichte auf den ersten Blick auch anhören mag, so sehr hapert es dann doch leider in der Umsetzung. Insgesamt reiht sich hier eine Unglaubwürdigkeit an die nächste und vieles an diesem Buch wirkt dann doch eher hanebüchen. Vor allem die Nebenhandlung vom finsteren Unterweltboss, der seine Tochter vor allem Schlimmen beschützt und dabei auch nicht vor Mord zurückschreckt, ist schon beinahe eine Zumutung. Immer wieder sucht man nach einem Zusammenhang mit der eigentlichen Geschichte - leider vergebens!

Was diesem Krimi dennoch einen gewissen Charme verleiht, ist die durchaus interessante Theorie über Fletcher Christian und den Dichter William Wordsworth. Die Meuterei auf der Bounty, die die Gemüter hierzulande ja weniger bewegt, in England hingegen noch heute Stoff für Rätselraten liefert, ist ein Thema, das durchaus einiges Potential bietet. Schade nur, dass es McDermid nicht gelungen ist, mehr aus diesem Stoff herauszuholen. So ist "Das Moor des Vergessens" ein eher mittelmäßiger Krimi, bei dem zu allem Übel auch noch schnell klar wird, wer der Mörder ist.

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