Der Spion und der Bankier

Agguato a Montsegur

Der Spion und der Bankier

Autor Liaty Pisani Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 3-357-23258-6
Übersetzung Ulrich Hartmann Erscheinungsdatum (D) 1999   
Erschienen 19991  Seiten 433

Inhalt

Agent Odgen versucht, sich in Montreux vor seinem ehemaligen Auftraggeber Casparius, „Chef des Dienstes“, zu verstecken. Doch recht schnell erscheint Stuart mit der Nachricht, dass Casparius nicht mehr lebt und er, Stuart, sein Nachfolger sei. Gleichzeitig eröffnet er ihm, dass er für Odgen einen neuen Auftrag habe. Er soll den Sohn eines ermordeten Bankiers finden, der offensichtlich Hals über Kopf mit Beweismaterial nach Südfrankreich geflohen ist. Odgen erfährt dabei auch, dass dieser Sohn eigentlich Stuarts leibliches Kind ist.

Odgen bleibt nichts anderes übrig, als diesen Auftrag anzunehmen, hat Stuart anscheinend, aufgrund einer zuvor wegen Odgen missglückten Mission, noch etwas gut. Was anfangs wie ein Kinderspiel aussieht, entpuppt sich jedoch immer mehr als eine höchst brisante Angelegenheit, die weit in die Vergangenheit, in die Zeit der Judenverfolgung und der KZ reicht. Es geht um viel Geld und um dessen unrechtmäßige Besitzer. Immer mehr kristallisiert sich für Odgen heraus, wie wichtig es ist Willy zu finden. Dieser entkommt jedoch immer wieder und schlussendlich landen alle in der Longuedoc, im Reich der Katharer, dem Volk von Häretikern, das einst ebenso wie die Juden bekämpft und verfolgt wurde……

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 2 von 5 Bs Nachdem man die Zusammenfassung und die Kurzkritiken auf dem Buchrücken gelesen hat, darf man tatsächlich hoffen, es könnte das tot geglaubte Genre „Spionagethriller“, das dem Ende des kalten Krieges weitgehend zum Opfer gefallen war, wieder auferstanden sein. Die Zusammenfassung verspricht gar ein „spielbergisches Finale“ und die Zeitschrift Focus einen neuen James Bond, made in Italy. Fans von Spionageromanen gehen daher erwartungsvoll ans Lesewerk, steht ja gar noch eine Reihe weiterer Odgen Romane in Aussicht. Die anfängliche Zähigkeit kann verziehen werden in der Hoffnung auf einen baldigen Spannungsanstieg. Außerdem steht ja noch das versprochene, spannungsgeladene Finale ins Haus. Doch leider wartet man vergeblich. Das Buch plätschert so vor sich hin, wirkliche Spannung entsteht zu keiner Zeit und da diese sich nicht aufbaut, ist auch das Finale eher zum Gähnen. Auch mit der teilweise durchaus gelungenen Ausdrucksweise kann man aus einem langweiligen Roman keinen Thriller machen. Dem Leser steht anheim: Entweder will er mehr davon lesen oder er sagt doch eher: Einmal reicht..

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