Black Box

Twentieth Century Ghosts

Black Box

Autor Joe Hill Genre Kurzgeschichten
Verlag Heyne
ISBN 978-3-453-81164-5
Übersetzung Hannes Riffel Erscheinungsdatum (D) Januar 2008   
Erschienen 2007  Seiten 510

Inhalt

Moderne Geistergeschichten sind es, die Joe Hill hier dem Leser präsentiert, aber auch preisgekrönte Novellen gehören zu der Auswahl, wie etwa "Pop Art", die das tragische Schicksal eines Jungen erzählt, der immer nur herumgeschubst wird - tragisch deshalb, weil dieser Junge aufblasbar ist. "20th Century Ghosts" handelt von einer begeisterten Kinogängerin, die sich auch nach ihrem Ableben nicht von ihrem Lieblingskino trennen mag. "Der Gesang der Heuschrecken" erzählt die Geschichte eines Jungen, der sich plötzlich in eine riesige Heuschrecke verwandelt und dadurch seinem deprimierenden Familienleben entfliehen kann. In "Abrahams Söhne" wird das Leben einer klassischen Figur der Literatur weitererzählt - Abraham Van Helsing, bekannt als Vampirjäger aus Bram Stokers "Dracula". In "Das schwarze Telefon" werden die düsteren Machenschaften eines Kindermörders geschildert und in "Ein letzter Atemzug" wird ein Wissenschaftler vorgestellt, der einen Apparat erfinden konnte, mit dem es ihm möglich ist, die letzten Atemzüge Sterbender zu konservieren. "Die Maske meines Vaters" befasst sich mit Illusion und Täuschung und die Titelgeschichte "Black Box" handelt von einem autistischen Jungen, der obskure Gebäude aus Pappkartons baut und deren Innenleben ziemlich unheimlich ist.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Nach seinem Erfolg "Blind" beweist Joe Hill hier erneut, dass er ein begnadeter Erzähler ist, der seine Leser wie nebenbei in seinen Bann zu ziehen vermag. Besonders seine geschliffene und direkte Sprache zeichnet den Autor aus, er sagt, was er sagen möchte und tut dies ohne große Schnörkel. Bei diesen ausgewählten Kurzgeschichten ist ganz sicher für jeden etwas dabei. Ganz großartig ist beispielsweise "Das schwarze Telefon", hier kann man wirklich Gänsehaut bekommen. Doch auch die Idee, das Schicksal Abraham Van Helsings weiterzuspinnen ist genial. Es geht in allen Geschichten nicht nur um den wohligen Schauder des Gruselns, sondern immer auch um die Hauptfiguren, deren dunkle Abgründe, den Horror, der im Alltag lauert. Natürlich kann bei "Black Box" nicht dieselbe Sogwirkung entstehen, wie bei "Blind", dazu sind die einzelnen Geschichten einfach zu kurz. Doch für Fans von Kurzgeschichten ist dieses Buch mit Sicherheit ein Highlight.

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