Eine Hochzeit im Dezember

A Wedding in December

Eine Hochzeit im Dezember

Autor Anita Shreve Genre Roman
Verlag Piper
ISBN 9-783-49204-753-1
Übersetzung Mechthild Sandberg-Ciletti Erscheinungsdatum (D) November 2007   
Erschienen 2005  Seiten 444

Inhalt

Bridget und Bill treffen sich mit ihren alten Schulfreunden, um ihre späte Hochzeit zu feiern. Schon zu Schulzeiten waren sie ineinander verliebt, doch erst jetzt, im reifen Alter von vierundvierzig Jahren, wagen sie, nachdem sie sich lange Jahre aus den Augen verloren hatten, einen Neuanfang. Schauplatz der Hochzeit ist Noras Landgasthof in den Berkshire Hills, den diese nach dem Tod ihres Ehemannes liebevoll aus dem einstigen düsteren Haus hat erstehen lassen.

Nora ist fest entschlossen, dieses Dezemberwochenende zu einem unvergesslichen für das Brautpaar werden zu lassen. Voller Erwartung und Wiedersehensfreude treffen nach und nach die Gäste ein, die sich erstmals nach einem halben Leben in dieser Konstellation wiedersehen. Da ist Harrison, der damals unsterblich in Nora verliebt war und sich ganz offensichtlich immer noch zu ihr hingezogen fühlt. Agnes war schon früher die graue Maus und ist es offenbar immer noch - doch keiner der alten Freunde ahnt etwas von ihrem Geheimnis. Rob ist mittlerweile ein erfolgreicher Pianist - und bringt zum Erstaunen der Hochzeitsgesellschaft seinen Partner Josh mit. Dann sind da noch Jerry und seine verbitterte Frau, die in dieser Ehe nur unglücklich zu sein scheint, denn Jerry ist immer noch dasselbe Großmaul, das er schon zu Schulzeiten war.

Sie alle sind neugierig auf das Wochenende, das vor ihnen liegt, aber auch voller Anspannung. Denn allen ist klar, dass hier nun endlich die Konfrontation mit dem kommen wird, was in einer verhängnisvollen Nacht vor siebenundzwanzig Jahren geschehen ist. Diese Nacht hat ihrer aller Leben in irgendeiner Weise beeinflusst und sie zu dem gemacht, was sie heute sind.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 6 von 5 Bs Dieses Buch ist eine Offenbarung, hier kann man sich mitreißen lassen, in wunderschönen Bildern schwelgen und die Welt um sich herum vergessen. Virtuos und voller Eleganz erzählt Anita Shreve eine Geschichte von Schuld und Sühne, von dem, was hätte sein können, von verpassten Gelegenheiten und vergeudeten Jahren. Selten kann ein Roman derartig fesseln und so nachhaltig beeindrucken. Diese Autorin versteht wahrlich etwas von ihrem Handwerk, fast hat man den Eindruck, die Worte würden nur so aus ihrer Feder in die Köpfe der Leser fließen. (Gesetzt den Fall natürlich, sie würde tatsächlich noch mit einer Feder schreiben...) Sie lässt Bilder in den Köpfen ihrer Leser entstehen, haucht ihren Charakteren so überzeugend Leben ein, dass man sie fast schon vor sich sieht. Jede ihrer Figuren lebt und atmet und das so anschaulich, dass man den Eindruck bekommt, man könne ihnen jeden Moment auf der Straße begegnen.

Dabei ist das, was geschieht, wenig spektakulär. Dies ist eine Geschichte, die das Leben geschrieben haben könnte. Es geht um versteckte Sehnsüchte, um unerfüllte Träume, um ein altes düsteres Geheimnis und um die nie endende Hoffnung auf einen Neuanfang. Dabei wird Shreve nie kitschig, gleitet nie in Klischees ab. Sie erzählt eine Geschichte, fungiert dabei quasi als stille Beobachterin und lässt am Ende dem Leser die Freiheit, seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Am Ende bleibt nur eines zu sagen: Anita Shreve ist eine herausragende und mitreißende Erzählerin!

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