Bleich wie der Schnee

Autor: Levi Henriksen
Genre: Krimi
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-63501-8
Erscheinungsdatum (D) 2005 Erschienen 2004
Seiten 368
Übersetzung Gabriele Haefs

Bleich wie der Schnee Sno vil falle over sno som har fallet

Inhalt

Dan Kaspersen saß zwei Jahre lang unschuldig im Gefängnis. Als er endlich aus der Haft entlassen wird und auf den elterlichen Hof in den Wäldern Norwegens zurückkehrt, muss er erkennen, dass er zu spät kommt. Sein jüngerer Bruder Jakob ist tot - offensichtlich hat er Selbstmord verübt, sich mit den Abgasen seines eigenen Autos vergiftet. Dan ist nun völlig allein im Haus seiner Eltern, die schon lange tot sind. Als hätte er nicht schon genug Schicksalsschläge zu verkraften gehabt, wird er nun auch noch vom örtlichen Polizisten verdächtigt, einen Überfall mit schwerer Körperverletzung begangen zu haben. Der Großvater des Mannes, der Dan damals bei der Polizei angeschwärzt hat, ist brutal zusammengeschlagen worden und alles spricht gegen Dan - der zudem kein Alibi für den Tatzeitpunkt hat. Viele im Ort sind bereit, an die Schuld des Außenseiters zu glauben, dessen angebliche Taten allen noch zu gut im Gedächtnis sind. Dan bleibt nur sein alter Onkel und Mona Steinmyra, eine allein erziehende Mutter, der es egal ist, was die Leute sagen. Doch offensichtlich gibt es da jemanden, dem sehr daran gelegen ist, Dan aus dem Weg zu schaffen...

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Dies ist ein Krimi, der von seinen unglaublich authentischen Figuren lebt, von der psychologischen Spannung und den tiefgehenden Geschehnissen, die mehr angedeutet als offen ausgesprochen werden. Dan Kaspersen ist ein durch und durch ehrlicher Held, einer mit dunklen Seiten und scharfen Kanten, die ihn so echt wirken lassen. Hier wird nichts beschönigt oder unnötig ausgeschmückt. Levi Henriksen schreibt ganz schlicht und ehrlich, erzählt von menschlichen Schwächen, von dem, was wir alle kennen, aber niemals der Welt zeigen würden. Hier geht es weniger um eine geschickt ausgefeilte Geschichte und packende Spannung als vielmehr um die Abgründe in jedem von uns, die manche Menschen dazu bewegen, grausam und brutal zu sein. Es geht um Schuld und Sühne, um Gerechtigkeit, die eben nicht jedem widerfährt. Dieses Buch liest sich wie eine Schlittenfahrt durch eine tief verschneite Landschaft und tut der Seele wohl wie ein von Eiskristallen besetzter Traum. Nach der Lektüre von "Bleich wie der Schnee" wünscht man sich, ganz schnell mehr von Levi Henriksen zu lesen.

Norwegens Buchhändler wählten diesen Roman zu ihrem Lieblingsbuch des Jahres 2004.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen