Die Feuerbraut

Die Feuerbraut

Autor Iny Lorentz Genre Historischer Roman
Verlag Knaur
ISBN 978-3-426-66241-0
Erscheinungsdatum (D) November 2007   Seiten 768

Inhalt

Im Deutschland des 17. Jahrhunderts wütet der Dreißigjährige Krieg. Irmela von Hochberg muss mit ihrer Familie fluchtartig ihre Heimatstadt verlassen, um den einfallenden Schweden zu entkommen. Doch die Feinde sind schnell und haben die voll beladenen Kutschen bald eingeholt. Irmela kann sich mit einigen anderen Frauen im Wald verstecken und so ihr Leben retten. Jetzt, wo der Rest ihrer Familie tot ist, kann die junge Frau sich nur noch ihrer Stiefgroßmutter und deren Tochter anschließen, die ihr alles andere als wohl gesonnen sind. Einige Zeit später kommt es noch schlimmer, denn Irmela wird der Hexerei bezichtigt, wie vor vielen Jahren schon ihre Mutter…

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 3 von 5 Bs Mit “Die Feuerbraut” ist nun das neueste Werk der Schriftsteller Lorentz auf dem Markt und es fällt positiv ins Gewicht, dass die Parallelen zu früheren Büchern nicht so stark sind wie man annehmen könnte. Zwar wird die Protagonistin auch hier von einer Frau verkörpert, doch sie strotzt lange nicht vor jener bekannten übermenschlicher Stärke und verbissenem Lebenswillen. Auch der Handlungsverlauf ist nicht allzu vorhersehbar, nimmt er doch oft unerwartete Wendungen und eröffnet damit immer wieder ganz neue Möglichkeiten. Alles in allem ist Lorentz´ Roman also eine gute Geschichte, die zu unterhalten vermag - bis man am Schluss angelangt. Hier passiert es Knall auf Fall - kaum hat man umgeblättert - da vollzieht diese gute Geschichte einen Wechsel, der einem fast körperlichen Schmerz bereitet: Kitschiger kann ein Ende einfach nicht sein, so auffällig klischeehaft und künstlich, wie es daherkommt. Es wirkt übersteigert und erzwungen, muss das Autorenehepaar doch krampfhaft versucht haben, jeder Figur des Romans ein gerechtes Ende zu bereiten. So kommt es im Finale zu Massenfolterungen und zahlreichen Scheiterhaufentoden, aber auch zu vielen, vielen glücklichen Hochzeiten, die den Lesern wohl das Herz zerspringen lassen sollen. Wer diese Art von heile Welt-Enden mag, für den ist “Die Feuerbraut” wie geschaffen. Alle anderen sollten wohl besser auf andere Lektüre zurückgreifen oder das Buch rechtzeitig aus der Hand legen.

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