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Kommende Buchkritiken
Die Goldhändlerin
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Autor
Iny Lorentz
Genre Historischer Roman
Verlag Weltbild ISBN 3-8289-7369-8 Erscheinungsdatum (D) 2004 Seiten 617 |
Inhalt
Lea ist Jüdin und mit ihrer Familie auf dem Weg nach Sarningen, um Freunde zu besuchen. Doch schon auf dem Weg in die Stadt beschleicht die junge Frau ein ungutes Gefühl. Noch am selben Tag erfährt sie den Grund für ihr Misstrauen. Ein von langer Hand geplantes Pogrom an den Juden der Stadt wird in dieser Nacht ausgeführt. Als Lea und zwei ihrer Geschwister wie durch ein Wunder entkommen, muss sie feststellen, dass sie als einzige in der Lage ist, die Geschäfte und den Handel ihres grausam ermordeten Vaters weiterzuführen. So verkleidet sie sich kurzerhand als ihr älterer Bruder und nimmt das Schicksal für sich und ihre Geschwister in die Hand. Doch das Dasein als Jude, vor allem das in einer Doppelrolle, ist in diesen Tagen nicht einfach. Lea muss sich hüten und wachsam sein. Als ob das nicht schon Anspruch genug wäre, begegnet sie bald auch noch Roland Fischkopf, der ihr das Leben alles andere als leicht macht…
Buchkritik von Karolin Kullmann
Auch “Die Goldhändlerin” lässt sich eindeutig als typisch für die Autorin Iny Lorentz bezeichnen. Alles, was man von ihr kennt, kommt hier erneut zum Vorschein: Eine junge Frau, die sich durchs Leben kämpfen muss und vor Stärke nur so strotz, ist die Protagonistin. Ihr gegenüber stehen ihre Widersacher, ihre ärgsten Feinde, gegen die sie sich die ganze Zeit über behaupten muss, bis sie am Ende durch ihre Intelligenz über die Bösewichte siegt. An sich ist das keine schlechte Idee für einen interessanten Historienroman, wäre da nicht das Problem, dass die Story nach eben diesem Schema schon zu oft da gewesen ist. Natürlich ist dieser Roman so ausgereift und gut recherchiert wie alle anderen der Autorin auch. Und natürlich ist er voll von spannenden Erlebnissen. Doch langsam erwartet man vom Ehepaar Lorentz etwas Neues. Vielleicht etwas, das eine andere Richtung einschlägt, neues Leben und Überraschungen in die Eintönigkeit bringt. “Die Goldhändlerin” ist gut, keine Frage, und alle, die die Bücher der Autorin gern lesen, werden auch dieses gern zur Hand nehmen und bis zum Ende nicht mehr loslassen. Doch es ist an der Zeit, den Lesern etwas Abwechslung zu bieten. Sonst muss sich uns schon bald die Frage stellen: Reicht es nicht aus, eines der Bücher zu lesen, um den Inhalt aller anderen auch zu kennen?
