Acht Stunden Angst

Autor: Nicci French
Genre: Thriller
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-00938-3
Erscheinungsdatum (D) 2007 Erschienen 2006
Seiten 351
Übersetzung Birgit Moosmüller

Acht Stunden Angst Losing You

Inhalt

Endlich verläuft Nina Landrys Leben wieder in ruhigen Bahnen: Nach der Trennung von ihrem Mann hatte sie harte Zeiten, musste sich in ihrer neuen Heimat Sandling Island einleben und mit der Rolle als allein erziehende Mutter von zwei Kindern klarkommen. Doch jetzt scheint sich alles zum Guten zu wenden, und an Ninas Geburtstag möchte sie mit ihrem neuen Freund und den Kindern Charlie und Jackson in Urlaub fliegen. Die Koffer sind schon gepackt, der Hundesitter bereits da und Ninas Tochter Charlie hat sogar noch eine kurzfristige Überraschungsparty für ihre Mutter organisiert. Das Problem ist nur, dass die fünfzehnjährige Charlie, die die Nacht bei Freundinnen verbracht hat, immer noch nicht nach Hause gekommen ist. Anfangs ist Nina nur leicht irritiert über das lange Ausbleiben ihrer Tochter, doch mehr und mehr wächst ihre Unruhe und wird schließlich zur panischen Angst um Charlie. Doch bei der Polizei stößt Nina mit ihrer Angst auf taube Ohren. Schließlich wird Charlie ja erst seit ein paar Stunden vermisst, und außerdem sei es doch völlig normal, dass Teenager irgendwann einmal von zu Hause ausbüchsen. Doch die besorgte Mutter spürt instinktiv, dass mit der Ausreißertheorie etwas nicht stimmt. Zwar fehlen einige von Charlies wichtigsten Utensilien und im Lauf des Tages stellt sich auch heraus, dass sie ihrer Mutter so manches verschwiegen hat. Dennoch ist sich Nina ganz sicher, dass jemand ihre Tochter entführt hat. Völlig allein mit ihrer Theorie macht sie sich auf die Suche nach Charlie - und gräbt dabei so manches gut gehütete Geheimnis aus. Voller Panik muss Nina erkennen, dass die Chancen, ihre Tochter lebend wieder zu sehen, nur sehr gering sind.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Dieser neue Thriller von Nicci French punktet erneut durch eine gut durchdachte Idee des Autorenpaars, die für manche Überraschung gut ist und den Leser über weite Strecken hin völlig im Dunkeln tappen lässt. Das Problem bei "Acht Stunden Angst" ist allerdings, dass die richtige Spannung erst im letzten Drittel aufkommen mag. Zugegeben - da wird es dann wirklich atemlos spannend, doch das reicht eben für einen richtig guten Thriller nicht aus. Die Charaktere sind - wie immer bei Nicci French - gekonnt und überaus präzise gezeichnet und die Geschichte ist in sich stimmig und intelligent konstruiert. Es geht hier viel weniger um die Person des Opfers, sondern um die Situation einer verzweifelten Mutter, die bereit ist, alles zu tun, um ihr Kind lebend wieder zu sehen. Hier rutschen die beiden Autoren allerdings immer wieder in eine völlig andere Schiene ab, es geht hauptsächlich um das verzweifelte Agieren einer Alleinkämpferin, um den "Kampf einer Mutter um ihre Tochter". Dieser Kampf ist durchaus packend beschrieben, wenn auch manchmal etwas überspitzt dargestellt. Insgesamt wird hier ein wirklich spannendes Thema glaubhaft behandelt, doch wo Thriller drauf steht, sollte eben auch Thriller drin sein. "Acht Stunden Angst" ist zu einem Genremix geworden, der Nicci French-Fans wohl eher etwas enttäuschen wird.

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