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Kommende Buchkritiken
Zu Hause sein
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Autor
Minh-Khai Phan-Thi
Genre Erlebnisbericht
Verlag Diana Verlag ISBN 978-3-453-29025-9 Erscheinungsdatum (D) September 2007 Seiten 271 |
Inhalt
Minh-Khai Phan-Thi wächst als Kind vietnamesischer Eltern in Deutschland auf. Schon früh erfährt sie, was es bedeutet, anders als die anderen auszusehen. Obwohl sie perfekt deutsch spricht und sich auch als Deutsche fühlt, wird sie immer wieder gefragt, woher sie denn eigentlich komme. Dass sie in Darmstadt geboren wurde und nur ihre Eltern aus Vietnam stammen, interessiert die wenigsten. Der furchtbare Vietnam-Krieg ist es, den die meisten mit dem Heimatland von Minh-Khais Eltern verbinden, mehr weiß kaum einer.
Mit 24 beendet die Deutsch-Vietnamesin ihre Karriere als Viva-Moderatorin und reist in das Heimatland ihrer Eltern. Hier möchte sie etwas über ihre andere Seite lernen, über ein Land, das den Krieg schon längst hinter sich gelassen hat. Minh-Khai erfährt viel über die Traditionen Vietnams, über familiäre Regeln und den starken Gemeinschaftssinn der Vietnamesen. Allmählich findet sie einen Weg, um ein Leben zwischen und mit zwei sehr unterschiedlichen Kulturen zu leben.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Minh-Khai Phan-This Anliegen ist es, sich für die Integration von Migranten stark zu machen. Dieses Buch soll zeigen, was es bedeutet, als "Fremder" in Deutschland zu leben, soll deutlich machen, mit wie vielen Vorurteilen Menschen, die anders sind, hier zu kämpfen haben. Außerdem möchte die Autorin einen Einblick in die Kultur Vietnams geben, das den schrecklichen Krieg längst hinter sich gelassen hat. Tatsächlich erfährt man während des Lesens sehr viel über dieses Land, das eine Vielfalt an alten Traditionen pflegt und sich gleichzeitig immer mehr für die westliche Welt öffnet. Wenn die Autorin vom Leben ihrer Eltern erzählt, von den Schwierigkeiten, mit denen sie in ihrer neuen Heimat zu kämpfen hatten, dann kann man sich vorstellen, wie vielen Menschen es in Deutschland ähnlich ergehen muss.
Minh-Khai zeigt auf, in welcher Zwischenwelt sich Migranten befinden. Auf der einen Seite ist die Liebe zu ihrem Herkunftsland, zu den vertrauten Ritualen und Traditionen. Auf der anderen ist aber auch der Wunsch, etwas neues zu beginnen, im neuen Land akzeptiert zu werden, mit ihm vertraut zu werden. So bewegt man sich permanent zwischen zwei Kulturen hin und her, gehört nirgendwo ganz dazu. Dieses Gefühl wird einem während des Lesens sehr deutlich und somit trägt dieses Buch ganz sicher dazu bei, mehr Verständnis für all die Mitmenschen zu entwickeln, die - aus welchen Gründen auch immer - ihre Heimat verlassen mussten, um hier eine neue zu finden. "Zu Hause sein" ist ein Buch, das einen (wenn auch nur sehr kleinen) Einblick in eine andere Kultur gibt und das für mehr Toleranz und Respekt gegenüber dieser Kultur plädiert.
Wissenswertes
Interview mit Minh-Khai Phan-Thi zu "Zu Hause sein".
