Clive Staples Lewis †

Biographie

Geboren 29.11.1898 Gestorben am 22.11.1963 Autor Melanie Frommholz

Clive Staples Lewis hatte so einiges vom Schicksal einzustecken, bevor seine Texte und Geschichten die Menschen begeistern konnten.

Der in Irland geboren Lewis, von Freunden und Familie einfach „Jack“ genannt, wurde 1898 in Belfast geboren. Er war erst 12 Jahre alt, als seine Mutter an Krebs starb. Clive wurde in ein Internat gegeben, musste seine Schulausbildung aber für einen Kuraufenthalt in England unterbrechen – schwere Lungenprobleme. Mehrer Quellen besagen, dass er wohl zu dieser Zeit seinen Glauben, er kommt aus einer evangelischen Familie, ablegte- doch nicht für immer! Trotz der nicht ganz einfachen Kindheit wurde „Jack“ ein kluges Kerlchen. 1916 erhielt er ein Stipendium für das University College in Oxford. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges zwang den Iren dann jedoch sein Studium zu unterbrechen. Er wurde eingezogen und musste an die Front nach Frankreich. 1918 ereilte ihn das Schicksal erneut. Er wurde bei der Schlacht von Arras verwundet und ein Jahr später aus dem Dienst entlassen. Lewis kehrte an das College zurück und schloss bis 1923 seine Ausbildung mit ausgezeichneten Abschlüssen in den Fächern Latein, Griechisch, Philosophie, antiker Geschichte und Englisch ab. Während seiner College-Zeit erschienen die ersten Artikel von ihm in der Schüler- und Studentenzeitung.

Nach dem College arbeitete C. S. Lewis zunächst an seinem College als Lehrer für Philosophie, später am Magdalen College in Oxford, als Lehrer für englische Sprache und Literatur. Unter dem Pseudonym Clive Hamilton erschienen erste Bücher von Lewis. 1925 lief Lewis das erste Mal einem gewissen J.R.R. Tolkien über den Weg. Eine schicksalhafte
Begegnung, denn 1931 wendete er sich, dank ausgiebigen Diskussionen mit dem zu diesem Zeitpunkt schon engen Freund Tolkien, wieder dem Glauben zu. Zwei Jahre später trafen dann zwei wichtige Ereignisse zusammen: C.S. Lewis erster Roman „Flucht aus Puritanien“ erschien und er begründete zusammen mit Tolkien und weiteren Schriftstellerfreunden „The Inklings“ – Regelmäßige Zusammentreffen des Freundeskreises von Lewis zum literarischen Austausch.

Mit seiner Hinwendung zum Glauben begann Lewis auch in dieser Richtung als Schriftsteller zu arbeiten. Bis zu seinem Tod erschienen unzählige fachwissenschaftliche Werke, Bücher und Artikel zur Verteidigung des christlichen Glaubens, die bis heute weltweit als Standartwerke gelten und auch innerhalb der Kirche, konvessionsübergreifend, als solche anerkannt werden. Der Glaube sollte auch der Grund für sein Zerwürfnis mit seinem alten Freund Tolkien sein. Dieser konnte es Lewis nicht verzeihen, dass er nicht zum Katholizismus konvertierte, sondern Mitglied der Church of England blieb. Zudem war Tolkien wenig angetan von Lewis Narnia-Chroniken. Zu viele Sagenwelten wurden hier für seinen Geschmack gemischt.

Nichts desto trotz blieb der Erfolg von Lewis als Autor und auch als Lehrer ungebrochen. So wurde ihm im Verlauf seiner Laufbahn unter anderem der Ehrendoktortitel in Theologie der Universität St. Andrews, der Ehrendoktortitel für Literatur der Laval Universität von Quebec und der Universität von Manchester verliehen. 1937 erhielt er für „The Allegory of Love: A Study in Medieval Tradition“ den Gollancz Memorial Preis für Literatur, 1955 bekam der die Carnegie Medaille als Anerkennung für den siebten Teil der Narnia-Chroniken „Der letzte Kampf“. Zudem wurde er 1948 zum Mitglied der Royal Society of Literatur gewählt. "Die Chroniken von Narnia" sind bis heute unzählige Male verfilmt und erobern seit 2005 unaufhaltsam auch Deutschland. Mit seiner Perelandra-Triologie („Jenseits des schweigenden Sterns“ (1938), „Perelandra“ (1943), „Die Böse Macht“ (1945)) begründete er die theologische Science-Fantasy.

1954 trat C.S. Lewis seinen letzten Job an. Er übernahm den Lehrstuhl für Literatur des Mittelalters und der Renaissance in Cambrigde. Ein Jahr später gab er seiner schwer an Krebs erkrankten Lebensgefährtin Joy Davidman das Jawort, um sie vor der Ausweisung zu schützen und adoptiert ihre beiden Söhne aus erster Ehe, David und Douglas. Seit 1950 korrespondierte „Jack“ mit der amerikanischen Schriftstellerin. Wie Lewis durch Tolkien, kam Davidman durch Lewis zurück zum Christentum. Nach ihrem Tod 1960 kümmerte sich „Jack“ rührend um seine Stiefsöhne. Einen kleinen Einblick in diese Beziehung gibt Douglas in seinem Vorwort zu der Gesamtausgabe der „Chroniken von Narnia“, die 2005 im Ueberreuter Verlag neu aufgelegt wurden.

Am 22. November 1963 starb C.S. Lewis. Er ist in Oxford begraben. Durch sein literarisches Schaffen hat er seine Ideen und Ideale bis heute in den Menschen wach gehalten. Seine Bücher sind heute Standartwerke der christlich-geprägten Literatur und auf dem Kinderbuchsektor. Mit seinen Briefen hat er vielen Einzelpersonen Rat gegeben.

„Als Christus starb, starb er für jeden Einzelnen von uns, als ob jeder der einzige Mensch auf dieser Welt wäre“ Clive Staple Lewis. (m1105)


Bibliographie von Clive Staples Lewis

  • 1919: Spirits in Bondage: A Cycle of Lyrics (unter dem Pseudonym Clive Hamilton veröffentlicht)
  • 1926: Dymer (unter dem Pseudonym Clive Hamilton veröffentlicht)
  • 1933: Flucht aus Puritanien
  • 1936: The Allegory of Love: A Study in Medieval Tradition
  • 1938: Jenseits des schweigenden Sterns
  • 1939: Rehabilitations and other Essays
  • 1939: The Personal Heresy. A Contoversy with E.M.W. Tillyard
  • 1940: Über den Schmerz
  • 1942: Broadcast Talks
  • 1941: Dienstanweisung für einen Unterteufel
  • 1943: Pardon, ich bin Christ
  • 1943: Die Abschaffung des Menschen
  • 1943: Perelandra
  • 1945: Die Böse Macht
  • 1946: Die Weisheit meines Meisters
  • 1946: Die große Scheidung oder Zwischen Himmel und Hölle
  • 1947: Wunder: möglich - wahrscheinlich - undenkbar?
  • 1948: Arthurian Torso
  • 1949: Transposition and other Addresses
  • 1950: Der König von Narnia
  • 1951: Prinz Kaspian von Narnia
  • 1952: Die Reise auf der Morgenröte
  • 1953: Der silberne Sessel
  • 1954: English Literature in the Sixteenth Century, Excluding Drama
  • 1954: Der Ritt nach Narnia
  • 1955: Überrascht von Freude
  • 1956: Das Gespräch mit Gott
  • 1956: Du selbst bist die Antwort
  • 1956: Das Wunder von Narnia
  • 1956: Der letzte Kampf
  • 1960: A Preface to 'Paradise Lost'
  • 1960: Studies in words
  • 1960: Was man Liebe nennt
  • 1960: Die letzte Nacht der Welt
  • 1961: Über das Lesen von Büchern
  • 1961: Über die Trauer
  • 1964: The Discarded Image: An Introduction to Medieval and Renaissance Literature
  • 1964: Du fragst mich wie ich bete
  • 1964: Poems
  • 1965: Streng dämokratisch zur Hölle
  • 1966: Of other Worlds
  • 1967: Gedankengänge, Essays zu Christentum, Kunst und Kultur
  • 1967: Letters to an American Lady
  • 1970: Gott auf der Anklagebank
  • 1975: Was der Laie blökt. Christliche Diagnosen
  • 1977: Der Dunkle Turm und andere Erzählungen
  • 1985: Briefe aus Narnia
  • 1998: Die Chroniken von Narnia