J.R.R. Tolkien †

Biographie

Geboren 3.1.1892 Gestorben am 2.10.1973 Autor Thomas Ays

"Was zu sagen ist, steht in meinen Büchern" – J.R.R. Tolkien

Eine Lichtgestalt der Fantasy–Literatur. Ein Mann mit einer Vorstellungskraft, die ihresgleichen sucht. Ein Ghostwriter eines Buches, das Millionen Menschen auf der ganzen Welt in seinen Bann zog. Tolkien erschuf „Der Herr der Ringe“.

1892 wurde John Ronald Reuel Tolkien als Sohn britischer Eltern am 3. Januar in Bloemfontein, Südafrika, geboren. Sein Vater starb, da war der kleine John 4 Jahre alt. 1904 erkrankte seine Mutter, mit nur 34 Jahren, an Diabetes. Kurz darauf starb auch sie. Die Kinder, John hatte noch einen weiteren Bruder, Hilary Arthur, wurden von ihrer Tante, später von einer Pflegefamilie großgezogen.

Während seiner schulischen Laufbahn entdeckte der junge Tolkien seine Liebe zu Sprachen. Er lernte an der King Edward’s School unter anderem Walisisch, Altenglisch, Griechisch, Französisch und Deutsch.

Während seines Studiums am Exeter College in Oxford, verlobte sich Tolkien mit seiner großen Liebe, Edith Bratt, die er 1916 heiratete. Dann kam der Erste Weltkrieg, um den auch Tolkien nicht herumkam. Er kämpfte jedoch nicht lange an der Front. Er wurde mit dem so genannten "Trench Fever" (Schützengrabenschock) in ein Krankenhaus eingeliefert. Hier wurde ihm scheinbar klar, wohin ihn sein Lebensweg führen würde: Seine Genesung verbrachte er nämlich damit, mit Aufzeichnungen einer Welt namens "Mittelerde" zu beginnen. 1917 wurde auch sein erster Sohn, John, geboren.

Nachdem der Krieg endlich zu Ende war, kehrte er mit seiner Familie nach Oxford zurück. Hier begann er unter anderem 2 Jahre lang am New Englisch Dictionary mitzuschreiben.

1920 wurde sein zweiter Sohn Michael geboren. Tolkien wechselte von Oxford nach Leeds, um als Dozent für Englische Sprache zu arbeiten. Sein dritter Sohn Christopher erblickte 1924 das Licht der Welt. In diesem Jahr wurde Tolkien, mit nur 34 Jahren, Professor für Englische Sprache.

Während er über einem Stapel Prüfungsarbeiten saß, kam Tolkien dann eine Idee für eine Geschichte, die er seinen Kindern erzählen könnte: Die „Hobbits“ wurden geboren. Erst in Erzählungen an Kinderbetten, später dann in Buchform. „Der kleine Hobbit“ begeisterte nicht nur John, Michael, Christopher und Priscilla, die 1929 geboren wurde, sondern auch die Verantwortlichen bei dem Verlag Allen&Unwin, die das Buch 1937 veröffentlichten. Sie drängten Tolkien zu einer Fortsetzung. Langsam aber sicher begann „Der Herr der Ringe“ im Kopf des Autors Formen anzunehmen.

In den folgenden Jahren, auch während des Zweiten Weltkrieges, schrieb Tolkien an der Welt um Mittelerde. Seine Elben bekamen eine Sprache, die Hobbits eine Geschichte, Mittelerde eine Vergangenheit. Tolkien wurde eins mit seiner Erzählung. Jahre später erzählte er, das er sich als „Ghostwriter“ der Hobbits sah. „Sam“, der Hobbit, der Frodo Beutlin auf dem Weg nach Mordor begleitet, sei seine Lieblingsfigur gewesen. „So wie Sam muss ein Hobbit sein!“ so Tolkien. Er gab weiter an, die Figur„Faramir“ sei am meisten wie er selbst.

Gerne hätte Tolkien seine Geschichte auf einmal veröffentlicht, doch der Verlag machte des Umfangs wegen eine Trilogie daraus. „Die Gefährten“ und „Die zwei Türme“ erschienen beide 1954. Der Tolkien-Kult breitete sich so schnell aus, da hatte der Verlag noch nicht einmal „Mittelerde“ gesagt. Bereits in den jüngsten Jahren des Romans avancierte er zu einem echten Klassiker, was bis heute so blieb.

1955 erschien dann der letzte Teil „Die Wiederkehr des Königs“. Bis 2001 wurde die „Der Herr der Ringe“ – Trilogie weltweit über 52 Millionen Mal verkauft und in 25 verschiedene Sprachen übersetzt. (Sogar Regisseur George Lucas gab an, bei seinem Weltraumabenteuer "Star Wars" von Tolkien beeinflusst worden zu sein.)

1971 starb seine geliebte Frau Edith im Alter von 82 Jahren. Zwei Jahre später starb auch J.R.R. Tolkien. Zuvor war er von der Queen noch zum Commander of the British Empire geschlagen worden.

Zu Lebzeiten sicher oft verkannt, wurde Tolkien doch zu einem wahren Wegbereiter des Fantasy Genres. Sein Sohn Christopher war es, der nach dem Tod seines Vaters weitere Werke veröffentlichte, so unter anderem 1977 „Das Silmarillion“, ein weiteres Buch, das sich um die Welt von Mittelerde dreht.

Lange Zeit galt diese zweifellos großartige Erzählung des „Herr der Ringe“ als unverfilmbar. Selbst Tolkien sah das so. Doch 2001 schaffte es der Neuseeländer Peter Jackson, Tolkiens Geschichte sensationell auf die Leinwand zu bringen. Wie Tolkien schaffte es auch Jackson, dem Zuschauer scheinbar spielend leicht eine fantastische Geschichte zu erzählen.

Heute kennt der Fankult um „Der Herr der Ringe“ keine Grenzen: Internetseiten, Gesellschaften, Filme, Bücher, Merchandise noch und nöcher – Sicher hat das finanzielle Interesse, das hinter dem Ganzen steht, nicht immer nur Vorzüge, doch letztlich bleiben wirklich nur folgende Fragen: Was wären wir ohne Tolkien? Was wären wir ohne die Elben, die Hobbits, die Zauberer, die Zwerge? Was wäre die Welt ohne dieses fantastische Mittelerde, das solch eine Glaubwürdigkeit besitzt? Ganz sicher ein gewaltiges Stück ärmer. (t0909)


Bibliographie von J.R.R. Tolkien