Ab September im Handel:
Still von Zoran Drvenkar

 

Aktuelle Autoren

 
Eshkol Nevo
 
Sharon Bolton
 
Zoran Drvenkar
 
John Green

Paulo Coelho

Biographie

Geboren 1947 Autor Stefanie Rufle

Nicht nur die Bücher Paulo Coelhos sind aufregend, spannend und zutiefst berührend – auch sein Leben ist es und liest sich fast wie einer seiner Romane...

Der 1947 in eine gutbürgerliche brasilianische Familie hineingeborene Coelho fühlte sich durch die starren religiösen Vorschriften der Jesuitenschule, die er besuchen musste, sehr stark eingeengt. Gleichzeitig entdeckte er dort aber auch seine Berufung, Schriftsteller zu werden. Bei einem schulischen Lyrikwettbewerb erlangte er seinen ersten literarischen Preis. Paulos Eltern hatten aber ganz andere Pläne mit ihrem Sohn – sie erwarteten, dass er wie sein Vater Ingenieur wird. Als sein Sohn dagegen rebellierte, sah der Vater darin ein Anzeichen von Geisteskrankheit und ließ Paulo im Alter von siebzehn Jahren zweimal in eine psychiatrische Klinik zwangseinweisen. Coelho wurde dort mehrfach mit Elektroschocks behandelt. Kurz darauf schloss sich Paulo einer Theatergruppe an – für die Eltern ein weiteres Zeichen für seinen verwirrten Geisteszustand. Sie ließen ihren Sohn gegen ihr Versprechen ein drittes Mal zwangseinweisen. Diese Erfahrungen fließen dreißig Jahre später in Coelhos Buch "Veronika beschießt zu sterben" ein.
Paulo begann ein Jurastudium, das er aber nach kurzer Zeit wieder abbrach, um zum Theater zurückzukehren. Er schlug die klassische "Hippiekarriere" ein, nahm Drogen, fing aber auch an, Songtexte für den Musiker und Komponisten Raul Seixas zu schreiben. Mit ihrer zweiten Platte landeten sie einen großen Erfolg – Paulo verdiente plötzlich viel Geld.

1973 trat er einer Gesellschaft bei, die sich gegen kapitalistische Ideologien wandte – in dieser Zeit praktizierte er auch Schwarze Magie. Er entwarf die Comic-Serie "Kring-ha" die für mehr Freiheit eintrat. Das Militär sah die Gefahr, die von Coelho ausging und ließ ihn und seinen Mitstreiter Seixas verhaften und ins Gefängnis werfen. Wieder auf freiem Fuß, wurde Coelho zwei Tage später auf offener Straße von einer paramilitärischen Gruppe verschleppt. Was ihm nach eigenem Bekunden das Leben rettete, war seine Beteuerung, er sei geisteskrank. Als er sich vor den Augen der Entführer selber Wunden zufügte, hörten diese mit den Folterungen auf und ließen ihn laufen. Dieses Erlebnis war prägend für sein weiteres Leben.

Mit 26 wollte Paulo versuchen, ein "normales" Leben zu führen. Er bekam einen Vertrag bei einer Plattenfirma und heiratete zum ersten Mal. 1977 siedelte er mit seiner Frau nach London um und versuchte sich erfolglos mit dem Schreiben. Im Jahr darauf kehrte er als Angestellter einer anderen Plattenfirma nach Brasilien zurück. Es folgten die Trennung von seiner Frau und die Kündigung seiner Stelle.

1979 traf er eine alte Freundin wieder, die er später heiraten würde. Zusammen bereisten sie Europa und besuchten in Deutschland das KZ Dachau, wo Paulo eine Vision hatte. Ihm erschien die Gestalt eines Mannes, den er Monate später in einem Amsterdamer Café wiedersah. Das Gespräch mit diesem Mann bewegte Paulo, zum Katholizismus zurückzukehren und nach Santiago de Compostela zu pilgern. Er begann ein Studium der Symbolsprache und veröffentlichte ein Jahr danach, 1987, sein erstes Buch "Auf dem Jakobsweg", das von den Erfahrungen auf der Pilgerschaft erzählt. Das Buch verkaufte sich gut, wurde aber von der Kritik ignoriert. 1988 erschien "Der Alchimist" und verkaufte sich so schlecht, dass sich der Verlag von Coelho trennte.
Als sich ein anderer Verlag für ihn interssierte, war das eine zweite Chance für Coelho. 1990 erschien "Brida", ein Buch von der Bestimmung, die jeder in sich trägt. Der Erfolg dieses Buches verhalf "Auf dem Jakobsweg" und "Der Alchimist" an die Spitze der Bestsellerlisten. Das war der Durchbruch für Coelho. 1994 erschien "Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte" und so folgte ein Bestseller auf den nächsten, bis heute.

Bereits geplant sind die Verfilmungen seiner Romane "Der Alchimist" durch Laurence Fishburne ("Matrix" und "Matrix:Reloaded") und "Veronika beschließt zu sterben".

Paulo Coelho erhielt verschiedene Preise, darunter den BAMBI, den Planetary Consciousness Award und den Internationalen Buchpreis Corine. Am 21. 09. 2007 wurde er von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum UN-Friedensbotschafter berufen. Er belegt die ersten Plätze auf den Bestsellerlisten, seine Bücher werden in 55 Sprachen übersetzt, er gilt Millionen von Lesern aus 150 Ländern als Lieblingsautor. Und doch ist er kein Schriftsteller, der in eine Schablone passt, genauso wenig wie seine Bücher. Was er seinen Lesern gibt, ist viel mehr als nur Spass an schönen Geschichten. Wahrhaftigkeit, Weisheit und Liebe für das Leben scheinen die Faszination Paulo Coelhos auszumachen.
"Jede Gelegenheit, sich zu verändern, ist eine Gelegenheit, die Welt zu verändern."(Paulo Coelho) (s0112)


Bibliographie von Paulo Coelho