Arthur Conan Doyle †

Biographie

Geboren 22.05.1859 Gestorben am 07.07.1930 Autor Melanie Frommholz

Dass die wohl erfolgreichste Detektivfigur der Kriminalliteratur sowie der Kino- und Fernsehgeschichte aus seiner Feder entspringen sollte, hatte sich der Arzt und Schriftsteller Arthur Conan Doyle sicherlich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Doch genau so kam es: Sherlock Holmes und sein treuer Gehilfe Dr. Watson sind heute eine feste Krimi-Größe und ihre Ermittlungen erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit.

Arthur Conan Doyle wurde 1859 in Edinburgh geboren. Conan war ursprünglich sein zweiter Vorname, wurde von ihm dann aber später als Nachname verwendet. Sein Vater Charles Altamont Doyle war Beamter und ein alkoholkranker Epileptiker. Wie seine Frau Mary war er strenger Katholik und erzog seine Kinder - Arthur hatte mehrere Geschwister - entsprechend. Auch Arthur erhielt eine katholische Erziehung und besuchte die Jesuitenschule in Stonyhurst. Hier soll er seinen Glauben jedoch verloren haben. Nach seinem Schulabschluss ermöglichten seine Eltern ihm ein Medizinstudium, welches er auch erfolgreich abschloss. Zunächst war Arthur Conan Doyle als Schiffsarzt tätig, bevor er eine Arztpraxis in Southsea eröffnete. Bis 1891 arbeitet er hauptberuflich als Mediziner, bevor er sich ganz der Schriftstellerei widmete.

1887 veröffentlichte Arthur Conan Doyle mit „Eine Studie in Scharlachrot“ die erste Geschichte des Detektivs Sherlock Holmes und dessen Freundes Dr. Watson. Er sah sich dabei selbst in der Rolle des Dr. Watson, während sein ehemaliger Professor an der Universität von Edinburgh - Joseph Bell - die Vorlage für Sherlock Holmes war. Holmes, genialer Geist mit soziopathischen Zügen und Hang zum Kokain, war mit seinen wissenschaftlichen Ermittlungsmethoden seiner Zeit voraus, während Dr. Watson mit seinen etwas einfältigen Fragen die Rolle des treuen Wegbegleiters und Freundes zukam. Die Geschichte, die im „Beeton Christmas Annual“ veröffentlicht wurde war ein durchschlagender Erfolg und die Öffentlichkeit wollte mehr! Bald hatte Arthur Conan Doyle zu wenig Zeit für seine Praxis und war auch der Figur des Meisterdetektives überdrüssig. Mit immer höheren Honorarforderungen versuchte er ein Ende der Nachfragen herbeizuführen. Doch die Verlage zahlten seinen Preis, was dazu führte, dass Doyle bald von der Schriftstellerei gut leben konnte. 1893 sollte dann aber endgültig Schluss sein. Ein Urlaub in der Schweiz an den Reichenbachwasserfällen inspirierte den Autor zu Sherlocks Tod, den er dann auch in „Das letzte Problem“ niederschrieb. Die Geschichte wurde vom Strand Magazine abgedruckt. Eine Welle der Enttäuschung erfasste daraufhin seine Leserschaft.

Arthur Conan Doyle begann in der folgenden Zeit verstärkt mit der Arbeit an historischen Romanen, die aber nie den Erfolg der Sherlock Holmes-Geschichten erreichten. 1895 überquerte er zudem auf Skiern die Maienfelder Furka von Davos nach Arosa. Ein gewagtes Unterfangen mit gutem Ausgang. 1899 ging Arthur im Burenkrieg für die englische Armee als Arzt nach Südafrika und verfasste später darüber auch das patriotische Buch „The War In South Africa“, welches ihm 1902 den Ritterschlag und das „Sir“ einbringen sollte. Zurück in England versuchte Conan Doyle in der Politik Fuß zu fassen, scheiterte aber mit zwei Kandidaturen für das Parlament. Bereits 1902 war der Autor an Typhus erkrankt. Während seiner Genesung reiste er auch ins Dartmoor und hörte Gruselgeschichten über einen Geisterhund, der im Moor angeblich sein Unwesen trieb. Dies inspirierte Arthur Conan Doyle zu der Geschichte „Der Hund von Baskerville“, für die er Sherlock Holmes wiederbelebte. Er siedelte die Handlung zwar vor dessen Ableben an, schrieb jedoch nach dem großen Erfolg des Buches weiter und ließ seinen Meisterdetektiv literarisch wiederauferstehen.

1912 erschien mit „Die vergessene Welt“ der Roman, der die zweite bekannte Figur des Schriftstellers einführte: Professor Challenger. In der Folgezeit entfernte sich Conan Doyle immer mehr von der Welt der Wissenschaft und beschäftigte sich mit Mystizismus und Spirituellem, wobei ihm hier eine gewisse Leichtgläubigkeit nachgesagt wird. Nachdem sein Sohn Kingsley im Ersten Weltkrieg an einer schweren Kriegsverletzung verstarb, verstärkte sich diese Entwicklung noch. 1927 erschien mit „Sherlock Holmes‘ Buch der Fälle“ der letzte Sammelband mit Erzählungen des Meisterdetektives.

Arthur Conan Doyle erlag am 7. Juli 1930 einem Herzinfarkt. Er war zwei Mal verheiratet. 1884 heiratete er Louise Hawkins, mit der er zwei Kinder hatte. Sohn Kingsley und Tochter Mary. Louise starb 1906 an Tuberkulose. Wenig später heiratete der Schriftsteller Jean Leckie. Mit ihr hatte er die Kinder Jean, Denis und Adrian. (m1211)


Bibliographie von Arthur Conan Doyle

  • 1879: Das Geheimnis von Sasassa Valley
  • 1884: Variation um das Geheimnis der Mary Celeste
  • 1885: The Surgeon of Gaster Fell
  • 1887: Eine Studie in Scharlachrot
  • 1887: Das Geheimnis um Onkel Jeremys Haushalt
  • 1888: Micah Clarke
  • 1889: The Mystery of Cloomber
  • 1890: Das Zeichen der Vier
  • 1891: The White Company
  • 1892: The Great Shadow
  • 1892: The Doings of Raffles Haw
  • 1892: Die Abenteuer des Sherlock Holmes (Erzählungen)
  • 1893: Die Memoiren des Sherlock Holmes (Erzählungen)
  • 1893: The Refugees
  • 1894: The Parasite
  • 1896: The Exploits of Brigadier Gerard
  • 1896: Rodney Stone
  • 1896: Der Feldbasar (Kurzgeschichte)
  • 1897: Napoleon Bonaparte. Aufzeichnungen eines französischen Edelmannes
  • 1898: The Tragedy of the Korosko
  • 1900: Das Abenteuer um den großen Mann (unvollendet)
  • 1900: The Green Flag and Other Stories of War and Sport
  • 1900: Ein aufsehenerregender Tod
  • 1900: Der große Burenkrieg
  • 1902: Der Hund von Baskerville
  • 1902: The War in South Africa: Its Cause and Conduct
  • 1903: Adventures of Gerard
  • 1904: Die Rückkehr des Sherlock Holmes (Erzählungen)
  • 1906: Sir Nigel
  • 1907: The Croxley Master
  • 1907: Waterloo
  • 1908: The Case of Oscar Slater
  • 1908: Round the Fire Stories
  • 1911: Songs of the Road
  • 1911: The Last Galley
  • 1912: Die vergessene Welt
  • 1913: Das Ende der Welt
  • 1915: Das Tal der Angst
  • 1917: Seine Abschiedsvorstellung (Erzählungen)
  • 1917: Zur Person: Sherlock Holmes
  • 1918: Danger! and Other Stories
  • 1926: Das Nebelland
  • 1924: Wie Watson den Trick lernte (Kurzgeschichte)
  • 1926: The History of Spiritualism
  • 1927: Sherlock Holmes' Buch der Fälle (Erzählungen)
  • 1927: Meine liebsten Sherlock Holmes Abenteuer
  • 1928: Die Erde schreit
  • 1929: Die Desintegrationsmaschine