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Kommende Buchkritiken
Jules Verne †
Biographie
| Geboren | 08.02.1828 | Gestorben am | 24.03.1905 | Autor | Karolin Kullmann |
|---|
Heute gilt er als Visionär der Zukunft, der seiner Zeit immer einen Schritt voraus war und als Begründer einer Frühform des modernen Science-Fiction-Romans. Er ist bis heute der meistübersetzte französische Schriftsteller - Jules Verne ist vor über 100 Jahren gestorben und dennoch auch in unserer Zeit noch als Autor präsent und überall auf der Welt bekannt.
Als erstes Kind eines Rechtsanwaltes wurde er 1828 in Nantes an der Loire geboren und verbrachte dort mit vier jüngeren Geschwistern eine glückliche Kindheit. Schon als kleiner Junge beobachtete er mit Begeisterung die großen Handelsschiffe, die entweder mit kostbarer Ladung zurückkehrten oder sich aufmachten in eine ungewisse Zukunft mit vielen Abenteuern. Er träumte davon, selbst aufs Meer zu fahren und in unbekannte Fernen zu reisen – versuchte sogar einmal, sich als Schiffsjunge anheuern zu lassen und konnte erst im letzten Moment von seinem Vater zurückgeholt werden. Schon in dieser Zeit nahmen ihn seine Phantasien mit in unvorstellbare Träume und Visionen. Jules Vernes Vorstellungskraft war grenzenlos.
Ab 1834 ging er am Petit-séminaire de Saint-Donatien“ zur Schule, später besuchte er das „Lycée royale“. Nach seiner Schulzeit arbeitete Verne vorerst im Anwaltsbüro seines Vaters und zog dann nach Paris, um das erste und zweite juristische Examen zu machen. Aber der Bereich Jura nahm ihn nicht so sehr gefangen wie die Vorstellung, als Seemann fremde Länder zu bereisen. Er wurde vor allem ins Wanken gebracht, da sein Bruder diesen Beruf ergriffen hatte. Aber dann fand Jules Verne seinen Platz: Mit 22 Jahren wurde er durch seinen Onkel in einigen Salons eingeführt und stand vor einem wichtigen Wendepunkt in seinem Leben. Hier lernte er Alexandre Dumas den Älteren kennen und wurde zu seinen ersten Arbeiten als Schriftsteller angeregt. Die ersten dramatischen Theaterstücke entstanden und entfernten Jules Verne immer weiter von der Rechtswissenschaft. Selbst das Angebot einer Stelle in Nantes, das sein Vater ihm machte, schlug er aus. Der junge Mann wollte auf eigenen Beinen stehen, interessierte sich dann – neben der Literatur - auch immer mehr für die Wissenschaft. 1852 fand er eine Stelle, die zu ihm passte - als Sekretär arbeitete er am Théatre Lyrique und war nebenher auch als Schriftsteller nicht untätig. Der Franzose probierte und testete, welches Genre ihm besonders lag, schrieb Novellen, Operetten und Komödien auf der Suche nach der richtigen Schreibart.
1857 heiratete Verne die Witwe Honorine Morel, die er 1856 kennen und lieben gelernt hatte. Aus dieser Ehe sollte 1861 ihr gemeinsamer Sohn Michel hervorgehen. Von der Beziehung zu seiner Frau positiv beeinflusst sah er sich nach einer sicheren Stellung um und konnte eine Wechselbank in Paris übernehmen. Nebenbei arbeitete er unermüdlich als Schriftsteller und widmete sich verschiedenen Studien im Bereich der Wissenschaft. Nun endlich kristallisierte sich die Mischung aus Literatur und naturwissenschaftlichen Elementen deutlich heraus und es schien, als habe Jules Verne sein Genre gefunden. In dieser Zeit unternahm er viele Reisen – so nach Schottland und England, später auch nach Skandinavien, dessen weite Eiswüsten starken Eindruck hinterließen und in seinen späteren Romanen wiederzufinden sein werden. 1963 dann war es endlich so weit: Jules Verne gelang der Durchbruch als Schriftsteller. Inspiriert vom Projekt mit einem Heißluftballon überschlug sich seine Phantasie, träumte ihn hoch hinaus in die Lüfte – und ließ den ersten einer Reihe naturwissenschaftlicher Romane entstehen. „Fünf Wochen im Ballon“ wurde in kurzer Zeit in viele europäische Sprachen übersetzt und machte den Franzosen auf einen Schlag bekannt. Jules Verne wusste jetzt endgültig, wo er sich in der Literatur ansiedeln sollte, galt als Begründer des wissenschaftlichen Romans und schrieb ein Werk nach dem anderen. Nur kurz darauf wurden Romane wie „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ oder „Von der Erde zum Mond“ veröffentlicht, die heute noch jedem von uns geläufig sind. Nun war sein Aufstieg nicht mehr zu bremsen: Auf einer Schiffsreise nach Amerika fand er Anregungen, aus denen weitere Romane wie „Die schwimmende Stadt“ entstanden und auch der nachfolgenden Zeit, in der Verne eher zurückgezogen in Amiens lebte, entstammen große Werke wie „In 80 Tagen um die Welt". Bis Mitte der 1880er Jahre hinein reichte seine schriftstellerische Blütezeit. 1886 wurde die Phase seines Erfolgs und Glücks gedämpft: Von einer Kugel in den Fuss getroffen, die sein geisteskranker Cousin auf ihn abschoss, blieb er Zeit seines Lebens geschädigt. Und auch der Tod seiner Mutter im Jahre 1887 machte ihm schwer zu schaffen. Vernes Phantasie litt unter den Schicksalsschlägen und mit zunehmendem Alter zog der Autor sich immer weiter zurück. Doch er wurde nicht müde – bis zum Ende seines Lebens nahm ihn das Schreiben gefangen, er stand in ständigem Briefkontakt mit seinem Bruder, dem er immer neue Ideen und Einfälle präsentierte und es entstanden weiter unzählige Romane. Doch um 1900 ließen Vernes Kräfte merklich nach: Er erkrankte an Grauem Star und 1904 erlitt er den ersten schweren Diabetesanfall. Am 17. März 1905 traf ihn ein neuerlicher Anfall und eine Woche später, am 24. März war Jules Verne tot.
Doch als Autor und Wissenschafter lebte Jules Verne weiter: Viele seiner Werke wurden – teilweise in veränderten Fassungen – postum von seinem Sohn Michel veröffentlicht. Aus seiner schriftstellerischen Tätigkeit gingen neben diversen wissenschaftlichen Arbeiten, Operetten und kurzen Geschichten über 60 Romane hervor, die neben phantastischen und utopischen Elementen auch über die Natur, Geografie und Geschichte informieren. Er selbst bezeichnete sich als Autor „wissenschaftlich belehrender Romane“, ersann eine Welt voller Ballons, Luftschiffe und Unterseeboote und war Zeit seines Lebens besonders von den Themen Seefahrt und Reisen eingenommen. Im 20. Jahrhundert inspirierte er viele Filmemacher und ist auch heute noch den Menschen überall auf der Welt ein Begriff. (ka0609)
Bibliographie von Jules Verne
- 1860: Paris im 20. Jahrhundert
- 1863: Fünf Wochen im Ballon
- 1864: Reise zum Mittelpunkt der Erde
- 1865: Von der Erde zum Mond
- 1866: Abenteuer des Kapitän Hatteras
- 1868: Die Kinder des Kapitän Grant
- 1870: Reise um den Mond
- 1870: 20.000 Meilen unter dem Meer
- 1871: Eine schwimmende Stadt
- 1872: Abenteuer von drei Russen und drei Engländern in Südafrika
- 1873: Das Land der Pelze
- 1873: In 80 Tagen um die Welt
- 1874: Der Doktor Ox
- 1875: Die letzte Fahrt der "Chancellor"
- 1875: Die geheimnisvolle Insel
- 1876: Der Kurier des Zaren
- 1877: Reise durch das Sonnensystem
- 1977: Schwarz-Indien
- 1878: Ein Kapitän von fünfzehn Jahren
- 1879: Die 500 Millionen der Begum
- 1879: Die Leiden eines Chinesen in China
- 1880: Das Dampfhaus
- 1881: 800 Meilen auf dem Amazonas
- 1882: Der grüne Strahl
- 1882: Die Schule der Robinsons
- 1883: Keraban der Starrkopf
- 1884: Der Archipel in Flammen
- 1884: Der Südstern
- 1885: Der Findling vom Wrack der Cynthia
- 1885: Mathias Sandorf
- 1886: Ein Lotterie-Los
- 1886: Robur der Eroberer
- 1887: Der Weg nach Frankreich
- 1887: Nord gegen Süd
- 1888: Zwei Jahre Ferien
- 1889: Die Familie ohne Namen
- 1889: Der Schuss am Kilimandscharo
- 1890: Cäsar Cascabel
- 1891: Mistreß Branican
- 1892: Das Karpathenschloss
- 1893: Claudius Bombarnac
- 1893: Der Findling
- 1894: Meister Antifers wunderbare Abenteuer
- 1895: Die Propeller-Insel
- 1896: Clovis Dardentor
- 1896: Die Erfindung des Verderbens
- 1897: Die Eissphinx
- 1898: Der stolze Orinoco
- 1899: Testament eines Exzentrikers
- 1900: Das zweite Vaterland
- 1901: Das Dorf in den Lüften
- 1901: Die Historien von Jean-Marie Cabidoulin
- 1902: Die Gebrüder Kip
- 1903: Reisestipendien
- 1904: Der Herr der Welt
- 1904: Ein Drama in Livland
- 1905: Der Einbruch des Meeres
- 1905: Das Geheimnis des Wilhelm Storitz
- 1905: Der Leuchtturm am Ende der Welt
- 1906: Der Goldvulkan
- 1907: Reisebüro Thompson & Co.
- 1908: Der Pilot der Donau
- 1908: Die Jagd nach dem Meteor
- 1909: Die Schiffbrüchigen der Jonathan
- 1920: Das erstaunliche Abenteuer der Expedition Barsac