Jakob Arjouni

Biographie

Geboren 1964 Autor Kathrin Lang

"Die wesentlichen Themen, über die man schreibt, bilden sich wahrscheinlich im Alter zwischen 14 und 18 heraus. In einer Zeit, in der man zum ersten Mal die Gier schmeckt, den Duft des Apfelmosts bei der Apfelernte riecht. Aus dieser Zeit schöpft man später immer wieder, weil diese Eindrücke so groß und nachhaltig sind." (Jakob Arjouni)

Nach dem Abitur zog es den gebürtigen Frankfurter zunächst an einen sonnigeren Ort: Er wählte das französische Montpellier, an der Mittelmeerküste. Dort begann er ein Studium, das er jedoch abbrach. Danach hielt er sich zwei Jahre mit Nebenjobs über Wasser: Von Kellner bis Badeanzug- und Erdnussverkäufer. Doch dabei sollte es nicht bleiben. 1987 veröffentlicht Arjouni seinen ersten Roman. In „Happy Birthday, Türke!“ ließ er erstmals seinen Protagonisten Kayankaya auftreten. Damals vermutete er wahrscheinlich noch nicht, auf welch guten Anklang sein Detektiv, der Vorzeige-Türke Kemal Kayankaya, stoßen wird. Doch so kam es: Durch seine bis heute vier Kayankaya-Romane wurde der Frankfurter als Schriftsteller bekannt. Mittlerweile lassen sich die Kriminalromane sogar in über zehn Sprachen lesen, „Happy Birthday, Türke!“ konnte 1991 im Kino visuell verschlungen werden und für „Ein Mann, ein Mord“ erhielt Jakob Arjouni 1992 den Deutschen Krimi-Preis.

Parallel zu seinem ersten Roman, schrieb Jakob Arjouni mit „Die Garagen“ auch sein erstes Theaterstück. Da sich seine Eltern ebenfalls am Theater betätigten, malte sich Arjouni über diesen Weg gute Chancen aus, um sich in der Branche verankern zu können. Bis heute folgten zwei weitere Theaterstücke, für deren Zeilen sich der Deutsche verantwortlich zeichnet. Für das 1990 uraufgeführtes Stück „Nazim schiebt ab“, gewann er den Baden-Württembergischen Autorenpreis für das deutschsprachige Jugendtheater.

"Ich bin auch nicht der betonte Multi-Kulti- Schreiber, wie viele denken.“
Arjounis Werke beschäftigen sich zumeist mit zeitgenössischen und gesellschaftlichen Problemen. Besonderes Kennzeichen seiner Texte ist jedoch nicht nur der geschärfte Blick auf die Kultur der Gegenwart, sondern auch sein Talent für pointierten Witz und ausgefeilte Situationskomik. Besonders mit Werken wie „Ein Freund. Geschichten“, „Hausaufgaben“ und „Der heilige Eddy“ hob er dieses Talent hervor. Seine Veröffentlichung „Idioten. Fünf Märchen“ stand monatelang auf den Bestsellerlisten.

Für März 2011 ist der neue Roman "Cherryman jagt Mister White" angekündigt.(k1210)


Bibliographie von Jakob Arjouni

  • 1987: Happy birthday, Türke! Ein Kayankaya-Roman
  • 1989: Mehr Bier. Ein Kayankaya-Roman
  • 1991: Ein Mann, ein Mord. Ein Kayankaya-Roman
  • 1996: Magic Hoffmann
  • 1996: Edelmanns Tochter
  • 1998: Ein Freund. Geschichten
  • 2001: Kismet. Ein Kayankaya-Roman.
  • 2003: Idioten. Fünf Märchen
  • 2004: Hausaufgaben
  • 2006: Chez Max
  • 2009: Der heilige Eddy
  • 2011: Cherryman jagt Mister White