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Kommende Buchkritiken
Peter Prange
Biographie
| Geboren | 22.09.1955 | Autor | Karolin Kullmann |
|---|
"Ich übersetze lieber gute Bücher, als dass ich selber schlechte schreibe." Seine Leser haben Glück, das Peter Prange dieses Motto nicht sein Leben lang verfechten konnte, sondern sich doch überzeugen ließ, die Arbeit als Schriftsteller zu wagen. „Große Geschichten sind immer dreierlei zugleich: gute Unterhaltung, Begegnungen mit fremden Lebenswelten, sinnbildhafte Schicksalshieroglyphen.“ – sagt er heute. Doch bis es den Autor Peter Prange gab, sollte einige Zeit vergehen.
Am 22. September 1955 im Sauerland geboren, wuchs er mit seiner Schwester auf dem Land auf, wo er bald die Liebe zum Reiten entdeckte. Mit zweieinhalb Jahren saß er zum ersten Mal auf einem Pferd, zu reiten begann er mit acht. Auch heute noch liebt er den Sport und nutzt ihn zum Ausgleich zu seiner schriftstellerischen Arbeit. Doch die Schule kam neben seinem Hobby wohl zu kurz: Die elfte Klasse auf dem neusprachlichen Gymnasium in Altena musste er wiederholen, bevor er die Schule erfolgreich abschließen konnte.
Mit dem Studium der Romanistik, Germanistik und Philosophie, das er in Göttingen, Perugia, Paris und Tübingen absolvierte, begann er die Arbeit, die ihm – wie er glaubte – besser von der Hand ging als das Schreiben: Um Geld zu verdienen, übersetzte er Literatur, aber auch andere Schriftstücke aus dem Französischen, Italienischen, Englischen und Spanischen. In dieser Zeit machte er auch seine ersten Erfahrungen im Schreiben - in der Lyrik und später auch durch das Verfassen von Kurzgeschichten. Doch noch steckte diese Arbeit in den Kinderschuhen. 1984, nach der Hochzeit mit seiner Jugendliebe, promovierte er 1988 in Tübingen mit einer Arbeit zur Philosophie und Sittengeschichte der Aufklärung und bemerkt heute augenzwinkernd, er wäre nun „staatlich geprüfter Erotologe“.
Als er in den 1980er Jahren als freier Übersetzter sein Geld verdiente, wurde Roman Hocke, der heute sein literarischer Agent ist, auf ihn aufmerksam. Er versuchte, Peter Prange von seinem Talent als Schriftsteller zu überzeugen und ihn zum Schreiben zu animieren. Aber noch immer konnte Prange sich nicht mit dem Gedanken vertraut machen.
„Meine Geburt als Schriftsteller kann ich auf die Minute genau ausmachen“,sagt er heute. „Beim Anschauen des Heute-Magazins fiel meine Entscheidung, meine bisherigen Tätigkeiten so bald wie möglich ad acta zu legen und meine eigenen Geschichten zu schreiben.“ Auch wenn noch zehn Jahre vergehen sollten, bis ihm der endgültige Durchbruch gelang, stand sein Entschluss fest. So erschienen dann auch Anfang der 1990er Jahre seine ersten Werke. Nach einer Unterbrechung, die ihn in die Unternehmensberatung führte und einige Sachbücher veröffentlichen ließ, war es 1999 so weit: „Das Bernstein-Amulett“ wurde sein erster historischer Roman, der eine packende Familiensaga erzählt und 2004 von ARD als Zweiteiler verfilmt wurde. Dass Peter Prange selbst überrascht davon war, wird offensichtlich, wenn er sagt: „Eigentlich habe ich mich nie besonders für Geschichte interessiert. [...] Nicht im Traum wäre mir deshalb eingefallen, dass ich jemals Autor von historischen Romanen werden könnte.“ Doch diesem Genre blieb er treu. Nach dem Erfolg des ersten Werkes machte die Weltenbauer-Trilogie erneut auf den Autor aufmerksam. „Eine gute Geschichte funktioniert wie das Leben selbst. Glaubwürdig ist sie erst dann, wenn ihre Protagonisten nicht nur entsprechend ihrem inneren Wesen fühlen, denken und handeln, sondern auch nach Maßgabe ihrer äußeren Lebenswirklichkeit.“ Wie Recht er damit hat, zeigen der Erfolg von „Die Principessa“, „Die Philosophin“und „Die Rebellin“. Mit der Trilogie hat Peter Prange sich einen Namen gemacht und scheint sich in der Geschichte weiterhin wohl zu fühlen. So stand auch „Der letzte Harem“, der mit dem Orient einen zauberhaften historischen Schauplatz bietet, auf den Bestsellerlisten. Mittlerweile haben seine Werke eine Gesamtauflage von mehreren Millionen Exemplaren erreicht und sind in über zwölf Sprachen übersetzt worden, unter anderem ins Koreanische, Norwegische und Französische.
Über seine Arbeit sagt er: „Die ersten Kapitel fallen mir immer am schwersten. Alles ist möglich, doch jede Entscheidung, die man am Anfang trifft, wirkt sich auf das ganze weitere Romangeschehen aus [...] Je weiter ich in meinem Roman vorankomme, umso leichter fällt mir das Schreiben. Irgendwann übernehmen meine Figuren die Führung und schreiben mir buchstäblich vor, was ich sie tun und sagen lassen soll – gleichgültig, was ich mir ursprünglich ausgedacht habe.“ Wir hoffen, Peter Prange, der mit Frau und Tochter in Tübingen lebt, lässt sich auch weiterhin so gut von seinen Figuren leiten, warten doch seine Leser auf einen neuen Roman, der uns in eine aufregende Vergangenheit entführt. (ka1108)
Bibliographie von Peter Prange
- 1990: Das Paradies im Bodouir
- 1991: Die Strauß-Dynastie
- 1992: Zukunft im Kopf
- 1999: Das Bernsteinamulett
- 2000: Sieben Wege zum Misserfolg... und eine Ausnahme von der Regel
- 2002: Die Principessa
- 2004: Die Philosophin
- 2005: Die Rebellin
- 2006: Werte. Von Plato bis Pop - Alles, was uns verbindet
- 2007: Der letzte Harem
- 2008: Der Harem. Sinnliche Begegnungen im Serail (zusammen mit Agnes Imhof)
- 2009: Die Gottessucherin