Charlotte Wilde

Biographie

Geboren 1959 Autor Karolin Kullmann

„Apollonia Cox – Im Auge des Taifuns“ ist ein voller Erfolg und das, obwohl er Charlotte Wildes erster Roman ist und sie als Schriftstellerin noch völlig unbekannt.
1959 bei Münster geboren, verbrachte die Autorin viele Jahre in Deutschland. Hier arbeitete sie am Gymnasium – als Lehrerin für Deutsch und Biologie. Doch dann lernte sie ihren Mann, einen Engländer, kennen und entschloss sich, mit ihm in seine Heimat überzusiedeln. Wie sie uns in einem Interview sagte, scheute sie sich, „die gesamte Ausbildung noch einmal auf Englisch zu absolvieren“. Das ist vielleicht das Glück ihrer Leser, denn Charlotte Wilde blieb zu Hause und machte ihre ersten schriftstellerischen Gehversuche: Gedichte, Kurzgeschichten, Skizzen – „aber nur für die Schublade“ – wie sie erklärt. „Ich war noch nicht so weit, diese Texte einem Verlag zu schicken.“ Dann starb ihr Mann und sie musste etwas unternehmen, um nicht völlig allein zu sein mit ihrer Trauer. Die spätere Autorin kam auf die Idee, Museumstouren für Kinder zu entwickeln. Apollonias Geschichte musste, obwohl sie schon reifte, vorerst noch warten. Inspirieren ließ sich Charlotte Wilde dann vom Meer: „Ich lebe ja an der Küste und ich bin jeden Tag aufs Neue fasziniert von den Wolken und dem Wind, von den Wellen, die anrollen, von den Gerüchen des Meers. Das wirkt alles höchst lebendig auf mich, so, als spüre man überall Lebewesen.“ „[...] von jedem Spaziergang bringe ich also etwas mit: eine seltsame Lichtstimmung, eine rosa Wolke, eine Klippe, die wie ein Schrat wirkt, Algen am Strand, die wie die Haare eines Trolls aussehen.“ Das merkt man ihrem Erstlingswerk auch an. Voller Wassergeschöpfe steckt die Geschichte, voller Wettergeister und Meeresbewohner. Mit dieser phantastischen Umgebung ist es kein Wunder, dass auch auf Anhieb ein Verlag für den Jugendroman gefunden wurde. Im Juli 2008 erschien der erste Teil über das mutige Mädchen Apollonia Cox im Pendo Verlag und er hat all das, was Charlotte Wilde selbst an Büchern schätzt: „Ich mag Bücher, in die man ganz eintauchen kann, sodass man alles um sich her vergisst. Mit Helden, die starke Gefühle hervorrufen und mit denen man bis ans Ende der Welt gehen würde. Aber auch Humor ist ganz wichtig, gern auch Ironie.“ Derzeit ist sogar eine Fortsetzung ihres Debüts geplant, die sogar schon in Arbeit ist. Wieder wird die Autorin an der Küste in England spazieren gehen oder sich an ihrem Schreibtisch von den brausenden Wellen vor dem Fenster inspirieren lassen. Sie lebt zurückgezogen in Cornwall und wird dies auch weiterhin tun, denn sie sagt über sich selbst: „Ich bin kein Mensch fürs Rampenlicht. Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich am Laptop sitze, eine Tasse Tee neben mir und eine Geschichte im Kopf habe, der ich nicht wiederstehen kann. Zwischendurch unternehme ich lange Spaziergänge an der Küste, lasse meinen Kopf durchpusten und fülle meine Lungen mit der salzigen Meerluft. Ich könnte nie wieder in der Stadt leben. Manche nennen mich eine Einsiedlerin, doch mich erschreckt das nicht.“ So inspiriert dürfen wir gespannt sein und warten sehnsuchtsvoll auf weitere Abenteuer des Teenagers Apollonia Cox. (ka0908)


Bibliographie von Charlotte Wilde