Friedrich Schiller

Biographie

Geboren 10.01.1759 Autor Kathrin Lang

“Seine durchwachten Nächte / Haben unseren Tag erhellt…“ (Goethe über Schiller)

Friedrich Schiller, einer der wohl bekanntesten Literaten, die Deutschland in seiner Literaturgeschichte vorzuweisen hat.

Geboren wurde Friedrich Schiller am 10.Januar 1759 in Marbach am Neckar. Sein Vater Johann Kaspar Schiller war Leutnant im württembergischen Heer. Die Mutter Elisabeth Dorothea Schiller war die Tochter eines Marbacher Gastwirts. Bereits in jungen Jahren sollte es Schiller seinem Vater gleich machen und ebenfalls eine militärische Laufbahn einschlagen. Zu diesem Zweck wurde er am 16.Januar 1773, ganz zu seinem Missfallen, nach Stuttgart in die Militärschule von Herzog Karl Eugen geschickt, die nur zwei Monate später zur Militärakademie erhoben wurde. Anfänglich sollte Schiller dort Jura studieren, doch konnte er keine richtige Freude für dieses Fach aufbringen und wechselte einige Zeit später zu einem Medizinstudium über. Bereits während dieser Zeit entdeckte er seine Leidenschaft zum Dichten. 1776 wurden von Balthasar Haug, Professor an der Militärakademie, erste Gedichte von Schiller im „Schwäbischen Magazin“ veröffentlicht. Bis es jedoch zu seinem Durchbruch kam, sollte es noch einige Jahre dauern. Zunächst schloss er 1780 sein Studium mit einer Dissertation zu dem Thema „Versuch über den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen“ erfolgreich ab und erhielt anschließend eine Stelle als Regimentsarzt in Stuttgart. Mittlerweile war er zunehmend unzufrieden mit der Situation und widmete seine Freizeit nun fast ausschließlich dem Schreiben. 1780 beendete er auch sein erstes Bühnenstück „Die Räuber“, das am 13. Januar 1782 mit großem Erfolg in Mannheim uraufgeführt wurde. Unbedingt wollte er die Uraufführung miterleben und unternahm zu diesem Zweck einen heimlichen Ausflug nach Mannheim. Natürlich blieb dieses Vergehen weder unentdeckt noch unbestraft – Schiller wurde für zwei Wochen in Arrest genommen und bekam vom Herzog höchstpersönlich ein Schreibverbot auferlegt. Mittlerweile war ihm das Schreiben jedoch so sehr ans Herz gewachsen und ein entscheidender Teil seines Lebens geworden, dass er sich an dieses Verbot weder halten konnte noch wollte. Im August 1782 fasste er daher den Entschluss Fahnenflucht zu begehen. Zusammen mit seinem besten Freund Andreas Streicher reiste er nach Mannheim ans Theater, wo er auf eine feste Anstellung als Hausautor hoffte. Letztendlich erhielt er die Stelle, trotz großer Konkurrenz, für ein Jahr und veröffentlichte in dieser Zeit das bürgerliche Trauerspiel „Kabale und Liebe“, das 1784 in Mannheim uraufgeführt wurde. Welch enormen Erfolg Schiller damit feierte, lässt sich noch heute erahnen. In den Gymnasien gehört „Kabale und Liebe“ schon beinahe zu den Pflichtlektüren der Oberstufe und wurde nicht selten schon als so genanntes Sternchenthema für das Abitur gewählt. Das Stück steht exemplarisch wie kein anderes für die Zeit des Sturm und Drangs, die Schiller mit diesem Stück maßgeblich formte.

Die kommenden Jahre waren geprägt von mehreren Umzügen. Zunächst verbrachte er zwei Jahre in Leipzig und Dresden bei seinem Bekannten Christian Gottfried Leipzig. Nachdem 1787 die fünfjährige Arbeit an dem Stück „Don Carlos“ beendet war, ging Friedrich Schiller nach Weimar wo er Bekanntschaft mit Herder und Wieland machte. 1788 erhielt er in Weimar eine Stelle als außerordentlicher Professor für Geschichte. Den Titel bekam er ungewöhnlich plötzlich und die Stelle an der Universität ungewöhnlich schnell zugeschrieben. Zwar war er zunächst von seinem Können überzeugt, doch kurz vor seiner erste Vorlesung bekam es Schiller dann mit der Angst zu tun, vermutete er doch, dass die Studenten mehr über die Geschichte wissen als er selbst. Er suchte Rat bei seinem Bekannten Körner, der ihn mit einigen guten Ratschlägen versah. Schlussendlich stellte sich jedoch heraus, dass er vollkommen grundlos besorgt war, fand er doch schnell Gefallen an der Geschichte und arbeitete sich im Nu in die neue Materie ein. 1790 veröffentlichte er sogar die historische Studie „Die Geschichte des dreißigjährigen Krieges“. Schillers Bekannte sahen diesem neuen Weg des Poeten jedoch überaus skeptisch entgegen. Man sah es gar nicht gerne, dass sich Schiller von der Literatur entfernte und hoffte auf eine baldige Besinnung. Der natürliche Lauf der Dinge hinderte Schiller letztendlich daran, weiterhin Vorlesungen zu halten: Im Januar 1791 erkrankte er so schwer, dass er seine Stelle weitgehend niederlegen musste. Zwar erholte er sich wenige Wochen später schon wieder, doch die schnelle Genesung stellte sich als Trugschluss heraus: Nach einer längeren Reise erlitt er einen Rückschlag und bekam eine sehr gefährliche Lungenentzündung mit Hustenanfällen und Atemnot. Von dieser Krankheit sollte er sich lebenslang nicht mehr erholen – Schiller war gerade erst 31 Jahre alt, als er erkrankte.

In den kommenden Jahren stand Friedrich Schiller vor einer schweren Aufgabe: Aus dem Historiker musste wieder ein Dichter werden. Um dies zu bewerkstelligen, entschloss er sich dazu ein Stück zu schreiben, das beides, sowohl die Dichtkunst als auch die historische Wissenschaft, vereint. In der Person des Feldherrn Wallenstein, der im Dreißigjährigen Krieg eine bedeutende Rolle gespielt hatte, sah er diese Möglichkeit. Viele Jahre arbeitete Schiller hart an der Entstehung seines neuen Werkes, das letztendlich eine Trilogie wurde. Erst im März 1799 schloss er die Arbeit ab – mit Erfolg, wie Goethe lobte: „“Wallenstein“ hat zuletzt alle Stimmen vereinigt, indem er aus den vorbereitenden Kelchblättern wie eine Wunderblume unversehens hervorstieg und alle Erwartungen übertraf.“

Im Mai 1794, also noch während seiner Arbeit am „Wallenstein“, zog Friedrich Schiller nach Jena, wo er die Literaturzeitschrift „Die Horen“ veröffentlichte. Schiller hing sehr an diesem Projekt und suchte eifrig nach Dichtern, die Artikel in der neuen Zeitschrift veröffentlichen wollten. Unter anderem bat er auch Goethe um Beiträge. Zu dieser Zeit hielten die beiden bekannten Dichter noch Distanz, was sich jedoch bald ändern sollte: Letztendlich kam es für „Die Horen“ zu einer Zusammenarbeit zwischen Schiller und Goethe, aus der kurze Zeit später eine innige Bindung erwuchs. Die Freundschaft zwischen den beiden hielt über zehn Jahre lang und endete erst mit Schillers Tod. Ein noch heute erhaltenes Zeitdokument gibt Aufschluss über die enge Beziehung der beiden: Schiller und Goethe schrieben sich gegenseitig tausende von Briefen, in denen sie über ihre aktuellen Arbeiten, aber auch über alltägliche Ereignisse berichteten.

Sein letztes großes, erfolgreiches und vollständiges Drama veröffentlichte Schiller im Jahr 1803. „Wilhelm Tell“ ist das einzige Drama von Schiller, das nicht mit dem tragischen Tod des Protagonisten endet. Mit Tell schuf Schiller einen heute weltbekannten Helden und schrieb zugleich ein Stück schweizer Vergangenheit nieder. Da Schiller damals auf Quellen zurückgreifen musste, die nicht wissenschaftlich belegt waren, sondern Tatsachen und Legenden miteinander vermischten, muss der Wahrheitsgehalt von „Wilhelm Tell“ heute stark angezweifelt werden. Dennoch hat Schiller mit diesem Drama erneut ein Werk geschrieben, das noch heute enormen Wert für die deutsche Literaturgeschichte hat. Kaum war die Arbeit an „Wilhelm Tell“ beendet, ging es Schiller zunehmend schlechter. Schillers Kräfte ließen gerade noch den Umzug zurück nach Weimar zu, wo er fortan in der Nähe von Goethe lebte und die innige Freundschaft weiter ausbaute. Zwar hatte Schiller in den kommenden Monaten durchaus auch wieder gute Phasen, in denen es ihm sogar möglich war kürzere Reisen zu unternehmen, doch seine Krankheit zehrte an seinen Kräften. Schillers Fieberanfälle wurden nun teilweise so stark, dass er oft das Bewusstsein verlor. Am 1. Mai 1805 zog er sich zudem eine schwere Lungenentzündung zu, die nur wenige Tage später, am 9. Mai, zu seinem Tod führte.

Schiller war mit der Adligen Charlotte von Lengefeld verheiratet. Die beiden hatten insgesamt vier Kinder. Charlotte war Schiller eine geduldige Frau, die ihm durch ihre Fürsorge das Schreiben und Dichten in Ruhe ermöglichte und ihn bis zu seinem Tod pflegte. In seinen Schriften wird sie jedoch nie erwähnt – ganz im Gegensatz zu anderen Frauen, die in Schillers Leben eine Rolle spielten und in die er scheinbar allemal mehr verliebt war, als in Charlotte.

[Als Hauptquelle zu dieser Kurzbiografie diente: "Schiller ist gut" von Dagmar Matten-Gohdes, erschienen bei Beltz & Gelberg, 2002.]


Zur weiteren Recherche empfehlen wir:
"Friedrich Schiller – Lebenslauf und Biographie"


Bibliographie von Friedrich Schiller

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