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Stieg Larsson †
Biographie
| Geboren | 1954 | Gestorben am | 09. November 2004 | Autor | Stefanie Rufle |
|---|
"Jeder, der Stieg Larsson kannte, trägt sein eigenes Bild von ihm in sich. Dasselbe gilt auch für die, die ihm nahestanden." (Kurdo Baksi)
Nur drei Romane sind es, die der schwedische Autor Stieg Larsson der Nachwelt hinterlassen hat, doch mit dieser „Millennium-Trilogie“ hat er sich ein Denkmal in der Kriminalliteratur gesetzt. Im Jahr 2006 wurde Larsson postum mit dem Skandinavischen Krimipreis als bester Krimiautor Skandinaviens geehrt. Sein Debutroman „Verblendung“ wurde vom schwedischen Buchhandel zum besten Buch des Jahres 2005 gewählt.
Doch zunächst einmal nahm das Leben des 1954 in Umea geborenen Schweden einen ganz anderen Verlauf, wollte er doch schon immer Journalist werden. Schon in seiner Jugend war Stieg Mitherausgeber verschiedener Science Fiction-Magazine wie zum Beispiel „Sfaeren“ oder „Fijagh“. Damals war er auch schon politisch als „Trotzkist“ aktiv und gab einmal die schwedische „Vierte Internationale“ heraus. Für einige Zeit war Larsson Vorsitzender der schwedischen Science Fiction-Vereinigung und unternahm öfter Reisen nach Afrika, wo er mit Befreiungsbewegungen zusammenarbeitete. Im Anschluss arbeitete er bei der Stockholmer Post und versuchte, professionell zu schreiben. Während dieser Zeit verkaufte Stieg gelegentlich einige seiner Essays und Artikel und fand schließlich im Jahr 1980 eine Anstellung als Journalist bei der führenden schwedischen Nachrichtenagentur TT. Neunzehn Jahre lang blieb Larsson dort und war in erster Linie Mitglied der graphischen Abteilung. Schon bei TT beschäftigte sich der Journalist mit Literatur, er schrieb unzählige Features und Kritiken über Krimis, war aber auch für die Hauptnachrichten und Hintergrundberichte über das Weltgeschehen zuständig.
In Ausübung seiner Tätigkeit ging Larsson erneut nach Afrika und war einer der wenigen schwedischen Journalisten, die Grenada besuchten. Der pro-demokratischen Bewegung auf Grenada blieb Stieg zeitlebens verbunden. Er galt als einer der weltweit führenden Experten für Rechtsextremismus und Neonazismus und konzentrierte sich vor allem auf die ansteigende Welle des Rassismus in seinem Heimatland. Als im Jahr 1995 fünf Schweden von Rassisten ermordet wurden, gründete Stieg Larsson die Expo-Stiftung, deren Ziel es sein sollte, rassistische und totalitäre Organisationen und Aktivitäten in Schweden zu erforschen und zu enthüllen. Der Journalist verließ daraufhin TT und wurde Vorsitzender von Expo und Herausgeber des antifaschistischen Magazins EXPO. Larssons Bücher über die Problematik des Rechtsradikalismus in Schweden wurden viel und auch teilweise kontrovers diskutiert. Von nun an war er immer öfter Drohungen von Rechtsradikalen ausgesetzt.
"Es besteht die Gefahr, dass Stiegs Kampf um die Menschenrechte nach seinem großen Erfolg als Autor nicht mehr die verdiente Aufmerksamkeit erhält. Dieser Kampf aber war ein wichtiger Teil von Stieg. (...)" (Kurdo Baksi)
Stieg Larsson, dessen Lieblingsgenre, neben Science Fiction, die Kriminalliteratur war, wollte aber, neben den vielen Büchern und Anthologien, die er selber schrieb oder bei denen er Mitautor war, auch immer Romane schreiben. So entstand die Idee für seine „Millennium-Trilogie“, deren Hauptfigur Mikael Blomkvist stark an Larssons eigenem Leben orientiert zu sein scheint. Blomkvist ist ebenfalls Journalist und Mitherausgeber einer eigenen Zeitschrift und zieht gegen die üblen Machenschaften von hohen Wirtschaftsfunktionären ins Feld. Im ersten Roman „Verblendung“ dreht sich alles um eine Familie mit Nazivergangenheit – die Parallelen zu Larssons eigener Karriere sind unübersehbar. Die zweite Hauptfigur, Lisbeth Salander, ist eine brillante Hackerin mit autistischen Zügen, die beauftragt wurde, Blomkvist zu observieren. Die beiden werden zu Verbündeten im Kampf gegen übermächtig erscheinende Gegner. Vieles aus dieser Trilogie klingt wie aus dem eigenen Leben des Autors entsprungen und gerade das lässt diese Krimis so authentisch wirken. Im Oktober 2009 erschien die Verfilmung von "Verblendung" in den deutschen Kinos, im Februar 2010 folgte der zweite Teil "Verdammnis" 2010 und "Vergebung" ist für Juni 2010 angekündigt.
Leider konnte Stieg Larsson den furiosen Erfolg seines Debütromans nicht mehr miterleben. Am 09. November 2004 kam er nach der Mittagspause in sein Büro von EXPO zurück und kollabierte auf dem Flur. Er starb, gerade einmal fünfzig Jahre alt, an den Folgen eines Herzinfarkts, hatte es aber noch geschafft, seine Trilogie zu vollenden. Stieg Larsson hatte unglaublich viele Talente: Er war ein exzellenter Schreiber, ein talentierter Künstler, ein herausragender Fotograf und ein scharfsichtiger Herausgeber, der sich durch nichts von seinem Ziel, den Rassismus zu bekämpfen, abbringen ließ. Im April 2010 erschien in Deutschland das Buch "Mein Freund Stieg Larsson", von seinem Freund und Kollegen Kurdo Baksi geschrieben. (s0510)
Bibliographie von Stieg Larsson
- 2005: Verblendung
- 2006: Verdammnis
- 2007: Vergebung