Joan Aiken †

Biographie

Geboren 04.09.1924 Gestorben am 04.01.2004 Autor Karolin Kullmann

Das Repertoire der aus ihrer Feder stammenden Werke ist bunt durchmischt - es reicht von Psychotrillern über Schauergeschichten bis hin zu Fantasyabenteuern. Doch ihre bekanntesten Arbeiten sind wohl die Romane, die an die Geschichten von Jane Austen angelehnt sind.

Das Talent zum Schreiben brachte die am 4. September 1924 in der englischen Grafschaft Sussex geborene Joan Delano Aiken von Haus aus mit, war sie doch die Tochter eines amerikanischen Poeten und einer kanadischen Schriftstellerin. Bis zu ihrem 12. Lebensjahr wurde sie zu Hause von ihrer Mutter unterrichtet, später besuchte sie die Wychwood School in Oxford. Dass ihr neben dem Talent auch die Leidenschaft zum Schreiben nicht fehlte, bewiesen die ersten kleinen Geschichtchen, die sie schon als Kind und Jugendliche verfasste - so geschah es schließlich, dass die Autorin schon 1942, im Alter von 18 Jahren, ihre erste Erzählung für Kinder bei der BBC veröffentlichte.
Eigentlich träumte sie immer davon, einfach nur Hausfrau zu sein, damit sie sich voll und ganz der Schriftstellerei widmen konnte. Doch nach dem Studium kam es zunächst anders: Sie arbeitete bei der BBC, archivierte dort Briefe und sortierte bei der UNO Material über Widerstandsgruppen. 1949 konnte sie sich schließlich vollends aus diesem Tätigkeitsfeld zurückziehen und widmete sich dem Schreiben. In dieser Zeit entstand unter anderem “All You´ve Ever Wanted” - eine Sammlung von Kurzgeschichten. Doch als sie 1955 ein schwerer Schicksalsschlag ereilte und ihr Mann starb, arbeitete sie erneut - als Werbetexterin und Redakteurin. Das Geld, das sie dort verdiente, reichte nicht für sie und ihre zwei Kinder und so verkaufte sie Geschichten, die sie abends nach der Arbeit verfasste. Diese Tätigkeit brachte schließlich so viel ein, dass es zum Leben reichte und Joan Aiken konnte endlich uneingeschränkt das tun, was ihr am meisten gefiel - schreiben. So entstanden bald unzählige Werke, unter anderem das Jugendbuch “Wölfe ums Schloss”, mit dem ihr endlich der Durchbruch zur bekannten Schriftstellerin gelang.
Letztlich verfasste Joan Aiken eine bemerkenswerte Zahl an Büchern, seien es Abenteuer für Kinder, Gruselgeschichten für Jugendliche oder historische Jane-Austen-Folgeromane für Erwachsene. Einige ihrer Werke sind nicht einmal ins Deutsche übersetzt worden, andere hingegen fanden großen Anklang bei der hiesigen Leserschaft und wieder andere, so zum Beispiel “Wölfe ums Schloss”, wurden sogar verfilmt.
Nicht umsonst wird Joan Aiken auch heute noch eine “Meisterin” genannt, “wenn es darum geht, Charaktere lebendig werden zu lassen” oder als “fabulierfreudige Erzählerin und feinfühlige Chronistin” gepriesen. Die Autorin verstarb am 4. Januar 2004 in ihrem Haus in Sussex, doch ihre Werke werden hoffentlich auch weiterhin großen Anklang finden und einem breiten Publikum viel Freude bereiten. (ka0507)


Bibliographie von Joan Aiken

  • 1953: All You´ve Ever Wantet and Other Stories
  • 1955: More Than You Bargained For
  • 1960: The Kingdom and The Cave
  • 1964: The Silence of Herondale
  • 1965: The Fortune Hunters
  • 1966: The Cockatrice Boys
  • 1966: Beware of the Bouquet
  • 1967: Dark Interval
  • 1967: The Ribs of Death
  • 1967: Die Kristallkrähe
  • 1968: Armitage, Armitage, Fly Away Home
  • 1969: Girl´s Choice
  • 1969: Night Fall1969: A Necklace of Raindrops
  • 1970: Smoke from Cromwells Time
  • 1972: A Cluster of Separate Sparks
  • 1976: Die Insel des Schreckens
  • 1976: Castle Barebane
  • 1978: Anschlag auf Nantucket
  • 1978: The Smile of the Stranger
  • 1980: The Lightning Tree
  • 1980: Der flüsternde Berg
  • 1981: The Stolen Lake
  • 1981: Träume süß, kleine Meggie
  • 1983: Foul Matter: The Kitchen Warriors
  • 1983: Arabel and Mortimer auf Kreuzfahrt
  • 1983: Geh, sattle das Meer
  • 1984: Mansfield Revisited: A Jane Austen Entertainment
  • 1985: Mortimers Kreuz
  • 1985: Das Mädchen aus Paris
  • 1985: A Call at the Joneses
  • 1985: Mortimer says nothing
  • 1986: Verschwörung auf Schloss Battersea
  • 1986: Dido und Pa
  • 1986: Der eingerahmte Sonnenuntergang
  • 1986: Tote reden nicht vom Wetter
  • 1986: Ein Raunen in der Nacht
  • 1987: Mr. Mendelson & Co
  • 1987: Ärger mit Produkt X
  • 1987: The Moon´s Revenge
  • 1988: The Erl King´s Daughter
  • 1988: Voices
  • 1988: Geh, zähme den Berg
  • 1988: Der Zauberschatz von Astalon
  • 1988: Hass beginnt daheim
  • 1989: Der letzte Satz
  • 1989: Blackground
  • 1990: Return to Harken House
  • 1990: Mortimer´s Portrait on Glass
  • 1990: Fanny und Scylla oder Die zweite Frau
  • 1990: Schattengäste
  • 1991: Wölfe ums Schloss
  • 1991: Du bist ich
  • 1991: The Shoemaker´s Boy
  • 1992: Morningquest
  • 1993: Jane Fairfax
  • 1993: The Midnight Moropus
  • 1993: Die Fünf-Minuten-Ehe
  • 1994: Arabel und die entflohene schwarze Mamba
  • 1994: Mortimer und das Schwert Excalibur
  • 1994: Mortimer´s Mine
  • 1994: Stimmen in einem leeren Haus
  • 1995: Das Geheimnis um das verschwundene Taxi
  • 1995: A Handful of Gold
  • 1995: Mortimer und die Brottrommel
  • 1995: Mortimers Krawatte
  • 1995: Die Wendeltreppe
  • 1995: Mortimer und Arabel
  • 1995: Cold Shoulder Road
  • 1995: Mayhem in Rumbury
  • 1997: Elizas Tochter
  • 1997: Emma Watson
  • 1997: Anderland
  • 1998: Geh, zügle den Sturm
  • 1998: Die Kinder von Holderness
  • 1999: Dangerous Games
  • 2000: Der Winterschlafwandler
  • 2000: Die jüngste Miss Ward
  • 2001: Ferien mit Mortimer
  • 2001: Der Schmuck der Lady Catherine
  • 2001: Song of Mat and Ben
  • 2001: Arabels Rabe
  • 2001: Treffpunkt Kuckucksbaum
  • 2001: Mitternacht ist ein Ort
  • 2002: Bone and Dream
  • 2003: Der Schrei
  • 2004: Der Todesruf der Nachtigall
  • 2005: Die Hexe von Clatteringshaws